Posts Tagged: Verlage


4
Nov 09

Paid Content Debatte – Werbefreiheit und Lesekomfort als Premiumdienst?

Jedes Mal, wenn ich auf einen Artikel bei der Website der Financial Times Deutschland verwiesen werde, wie eben von @zeitonline, dann denke ich folgendes: “Wenn ich regelmäßiger Leser dieser Postille wäre, würde ich glatt fünf Euro im Monat zahlen, um alle Artikel gleich werbefrei und in einer leserfreundlichen Version zu sehen” – Nun muss ich noch den Klick auf die Druckansicht abwarten, bis ich den Artikel lesen kann.

(Die ftd ist ein willkürliches Beispiel, der Gedanke kommt mir immer öfter, außer bei zeit.de übrigens, die sind so lesefreundlich, dass ich mir schon Gedanken über die Wirksamkeit der Ads mache – komisch nicht?)


21
Aug 09

Huberts Affe

Ein kluger Mann hat mir mal gesagt, ich solle bei Gesprächen mit Menschen immer auch auf den Affen achten, der da unsichtbar auf dessen Schulter sitzt. Der Affe repräsentiert nämlich die Ängste, Meinungen und Wünsche, kurz die Agenda meines Gegenüber und flüstert ihm unerhört ins Ohr und uns ins Gespräch.

Das Trauma der Medien besteht ja nicht nur darin, dass sie die Informations- und Deutungshoheit über das Geschehen in der Welt in Teilbereichen verloren haben. Viel schmerzhafter ist der Verlust des Distributionsmonopols auf Informationen und Meinungen. (Horizont)


30
Jun 09

Google vs Verleger – no-index als Experiment

Piratin Google»Wer die Leistung anderer nutzt, muss auch dafür bezahlen. Ein angemessener Anteil an den Werbeerlösen steht den Urhebern von Nachrichten und redaktionellen Angeboten zu.«

… schreibt Sven Scheffler, Chefredakteur Handelsblatt.com neben anderen bei Meedia. Gemeint ist Google, das mit seinem Adwords-Programm wesentliche Spendings der Werbeindustrie auf seiner Suchmaschine konzentriert, Werbebudgets, die früher einmal in die Taschen der Verlage und Sender geflossen sind.

Nun beschreibt Sven Scheffler vortrefflich das symbiotische Verhältnis, zwischen Verlegern und Suchmaschinen, das ich hier mal “biete Inhalt gegen Aufmerksamkeit” genannt habe. Je mehr sich die Werbebudgets nun in Richtung Suchmaschine verschieben, desto mehr wettern Verlage gegen diesen “Deal”. Er erscheint ihnen unfair, wenn Google eine Liste von Suchtreffern zu einem gesuchten Sujet indiziert und außer den inhaltlich relevanten Treffern noch Werbe-Partner priorisiert ausliefert, die sich eben diesen Platz an der Quelle des Nutzerinteresses einiges kosten lassen.

Die einzige denkbare Lösung: Google beteiligt jede in einem Suchergebnis aufgeführte Website mit einem Anteil an den Werbeerlösen. Continue reading →


13
Oct 08

Planet Google: “Ewige Weihnachten”


Und bei Google ist jeden Tag Informationsweihnachten. All for free.

» weiter bei Peter


19
May 08

Streamingarmut bei der ARD Mediathek

Bild 2Nein, ich möchte mich nicht anschliessen an die Diskussion über die ARD und bspw. ihre Berichterstattung in eigener Sache.

Auch ist es mir völlig Wumpe, ob die öffentlich rechtlichen Anstalten ihre Webvideos an Verlage weiterreichen, elektronisch pressen oder via StudiVZ verbreiten.

Solange die Qualität der Übertragungen in der ARD Mediathek so arm und technisch schlecht sind, in Bild und Ton wohlgemerkt, dass man selbst in Briefmarkengröße vor Artefakten nichts erkennt (siehe Screenshot) und die Moderation sich nach gutem altem Dosentelefon anhört, solange muss sich die private Konkurrenz überhaupt keine Sorgen machen. Kann in aller Seelenruhe weiter phantasieren.

Es sei denn sie heisst T-Home.

Screenshot: ARD


5
Feb 08

Sinkflug

“Wir haben bereits unsere Reiseflughöhe verlassen und befinden uns im Sinkflug auf den Flughafen München. Wir möchten Sie bitten nun wieder das Rauchen einzustellen alle elektronischen Geräte …”

Ich verstaue meinen iPod in meiner Hosentasche und greife in die Sitztasche vor mir, wo seit dem Erreichen der Reiseflughöhe die FR ruht. Bernd Begemann und seine (übrigens viel unterhaltsameren) Mitpodcaster hatten mich bis zum wieder Hinabgleiten köstlich unterhalten.

Eigentlich so etwas, wie ein kleines Biotop für Printerzeugnisse so ein Flugzeug, wenigstens während Start und Landung. Denke kurz an die offenen Münder bei den Verlagen, als ihnen ihr Nachwuchs in den Fokusgruppen erzählt, dass sie Zeitungen höchstens noch in der U-Bahn lesen. Auch gefährdet dieser Rückzugsraum für bedrohte Verleger, seit es dort Handyempfang gibt.
Aber der Start und die Landung, das sind strategische Soziotope. Nicht nur für Herrenmagazine.

Sollten ihre Strategie erweitern und Airlines kaufen.
Dann schlafe ich wieder ein, wie immer 10 Minuten vor der Landung.