Posts Tagged: verlag


8
Jan 09

Winterpausen-Buch: “Niemand siegt am Millerntor”

niemand siegt am millerntor/Niemand siegt am Millerntor – ja das habe ich hier auch schon oft gesungen. Ich freue mich auf den Start der Rückrunde, wie Bolle – und vertreibe mir die Zeit mit der Lektüre eines Buches, das ein im positiven Sinne Verrückter geschrieben haben muss.

René Martens, “Niemand siegt am Millerntor” ist ein feines Buch für kalte Tage. Die akribisch zusammengestellten Infos, die jedem Anspruch an ein braun-weißes Quartett genügen sind mit lebendiger Hingabe aufgeschrieben und illustriert. Continue reading →


11
Jun 08

Verlagsmanager vs. Journalisten: “Eure Phantasien sind nicht unsere Visionen”

medien, zeitungen

Stolpere heute morgen über einen Beitrag von Michael Jürgs in der FAS. Eine Abrechnung mit “Flanellmännchen”, den selbstherrlichen Schaumschlägern unter den Medienmanagern, die denken man könnte Journalismus mit Buchhalternasen lebendig am Kiosk oder anderswo verkaufen.

Auch ein Angebot, zurückzukehren auf den Pfad großer Verleger.

Wenn das man so einfach wäre.
Es setzte nämlich voraus, dass folgende These Jürgs stimmt:

Falls auf der anderen Seite des Tisches im großen Saal des Hauses Manager mit Mut sitzen, könnten sie mit Journalisten zu gemeinsamen Zielen aufbrechen und deren Visionen in die Realität umsetzen.

… es nämlich genügend Journalisten gäbe, die Visionen hätten und den Mut aufzubrechen.
… es genügend Markt für solche Publikationen gäbe, also Leser bereit wären für querköpfige Meinungen zu zahlen. Oder würde dann als erstes das intern so heiß geliebte Feuilleton auf der Strecke bleiben, eben weil es eher ein Produkt der Eitelkeit von Journalisten ist, mehr als dass Nachfrage danach besteht?

Manager haben durchaus Visionen, das ganze Geschäft basiert ja darauf. Journalisten scheinen nur nicht mehr in der Lage die Visionen zu entwickeln, die die Phantasie ihrer Brötchengeber beflügeln. Die Medienbranche steckt in einer strukturellen Wandlung, die durchaus die Rückkehr zu hochqualitativen, engagierten Publikationen bedeuten kann. Die Mehrzahl der Journalisten heute, wird das aber nicht ernähren können. Und das liegt nicht an den Verlagsmanagern allein. Es liegt auch an der Weigerung vieler Journalisten diesen Wandel zur Kenntnis zu nehmen, zu akzeptieren, dass man nicht mehr nur für sich und die Mädchen schreibt, der Leser – nur um ein wenig zu strapazieren – sein Tun in Echtzeit bewertet, kommentiert, manchmal besser und fundierter selbst publiziert. Ist es da ein Wunder, dass Manager ihre Phantasien auf andere Bereiche lenken?

Wobei dies dabei nicht falsch sein muss:

Der gebildete Journalist Mathias Döpfner, Chef des Hauses Springer, hätte getreu dem Motto, ein Schuster möge bei seinen Leisten bleiben, für rund 600 Millionen Euro, die das PIN-Abenteuer gekostet hat, einen deutschen „New Yorker“ gründen oder eine Berliner Illustrierte und sogar beide über jahrelange Durststrecken wässern können.

Die Diskussion bei Rivva
Zum Thema: rebell.tv
-foto flickr, cc-lizenz-
-via-


19
May 08

Streamingarmut bei der ARD Mediathek

Bild 2Nein, ich möchte mich nicht anschliessen an die Diskussion über die ARD und bspw. ihre Berichterstattung in eigener Sache.

Auch ist es mir völlig Wumpe, ob die öffentlich rechtlichen Anstalten ihre Webvideos an Verlage weiterreichen, elektronisch pressen oder via StudiVZ verbreiten.

Solange die Qualität der Übertragungen in der ARD Mediathek so arm und technisch schlecht sind, in Bild und Ton wohlgemerkt, dass man selbst in Briefmarkengröße vor Artefakten nichts erkennt (siehe Screenshot) und die Moderation sich nach gutem altem Dosentelefon anhört, solange muss sich die private Konkurrenz überhaupt keine Sorgen machen. Kann in aller Seelenruhe weiter phantasieren.

Es sei denn sie heisst T-Home.

Screenshot: ARD


5
Feb 08

Sinkflug

“Wir haben bereits unsere Reiseflughöhe verlassen und befinden uns im Sinkflug auf den Flughafen München. Wir möchten Sie bitten nun wieder das Rauchen einzustellen alle elektronischen Geräte …”

Ich verstaue meinen iPod in meiner Hosentasche und greife in die Sitztasche vor mir, wo seit dem Erreichen der Reiseflughöhe die FR ruht. Bernd Begemann und seine (übrigens viel unterhaltsameren) Mitpodcaster hatten mich bis zum wieder Hinabgleiten köstlich unterhalten.

Eigentlich so etwas, wie ein kleines Biotop für Printerzeugnisse so ein Flugzeug, wenigstens während Start und Landung. Denke kurz an die offenen Münder bei den Verlagen, als ihnen ihr Nachwuchs in den Fokusgruppen erzählt, dass sie Zeitungen höchstens noch in der U-Bahn lesen. Auch gefährdet dieser Rückzugsraum für bedrohte Verleger, seit es dort Handyempfang gibt.
Aber der Start und die Landung, das sind strategische Soziotope. Nicht nur für Herrenmagazine.

Sollten ihre Strategie erweitern und Airlines kaufen.
Dann schlafe ich wieder ein, wie immer 10 Minuten vor der Landung.


3
Feb 08

Klassische PR

Klassische PR

“Fakten” in einer Verlagsbeilage.
Irgendwie befremdend altmodisch.

(im DJV Zentralorgan “Journalist”)


20
Dec 07

Format-Prinzipien für eine Blogzeitung

“Zwei doofe, ein Gedanke”

Vor reichlich zwei Jahren saß ich mit alten Redaktionskollegen zusammen, leider immer noch Nicht-Bloggern, und besprach ein Konzept für ein Blogs übergreifendes Format, das wir 1996 schon mal hatten, nur das Wort Blogs gab es damals noch nicht. Im wesentlichen war dieses Gespräch der Anstoss zu blogfrei, einem Bloggernetzwerk, das immerhin zu so schönen Blogs, wie Momos Metalust und Noahs Blog geführt hat. Eine geplante Entwicklung gab es da nicht.

Zum einen, weil mir schlicht die Zeit fehlte. Zum anderen, weil Blogger und Blogs, eben wegen ihrer Persönlichkeit in Person, Schrift und Stil nicht so einfach zu aggregieren oder “redaktionell” zusammenzubringen sind. Das weiss jeder, der schon mal bei einem Gruppenblog, wie bspw. shifting reality mitgeschrieben hat.

Letztlich sind die Readers Edition, der Spreeblick Verlag, sowie Blogbote und Adical Versuche auf diesem Weg, über den seit Auftauchen eines redaktionellen Bloghubs namens The Issue, wieder diskutiert wird.

Ich möchte die Ideen bei Cem zum Anlass nehmen, ein paar Format-Prinzipien für ein solches Unterfangen zu skizzieren. Interesse an einem solchen Projekt habe ich nämlich immer noch.
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