Mich erinnert diese Choose mit den gehackten Nazi-Servern, deren Hack im Rahmen des ccc-Kongresses Ende 2009 in Berlin veröffentlicht wurde, sofort an das Spiel in Rostock. Genau, wie bei den Pyros im FCSP-Block und der Halsabschneider-Geste von Deniz Naki stellen sich zwei Dinge fast gleichzeitig ein. Zuerst hämische Schadenfreude – dass denen das widerfährt, die nicht begreifen, dass man mit Fremdenfeindlichkeit und Nazi-Parolen nicht rebelliert, sondern sich außerhalb allen Respekts stellt. Dass Nazi-sein eben keine Ansicht ist, wie jede andere auch – … aber das kennt ihr ja.
Gleichzeitig ist da aber auch ein großes Huch. Namen, E-Mailadressen von Menschen, teilweise mit Klarnamen werden da in den Daten zu lesen sein. Daten, die geschützt gehören, auch wenn es potenzielle Nazis sind. Noch schlimmer, Testkäufer der linken Szenen werden durch die Veröffentlichung womöglich massiv gefährdet, wenn die Lieferadresse in die falschen Hände fällt.
Ja. Das emotionale und engagierte Bekämpfen von Nazis im Web ist richtig. Meinetwegen, auch hacken (Deniz Naki). Das Veröffentlichen von Klardaten im Netz, ist ein fieser Boomerang für all jene, die gerade versuchen, Deutschland in Sachen Daten- und Persönlichkeitsschutz zu sensibilisieren. Das sind digitale Pyros, die auf Menschen geschmissen werden. No-Go, Alter!



