Posts Tagged: Thema


22
Jan 09

Viva Con Agua am Millerntor

viva-con-agua-logoAm Sonnabend testet der FC St. Pauli, ob seine Rasenheizung auch tatsächlich funktioniert. Ein Thema natürlich das ausgefallene Spiel gegen Schalke 04. Ein anderes, ein schöneres Thema wird sich auf der Brust der Boys in Brown finden. “Zum ersten Mal laufen die Profis des FC St. Pauli mit dem Viva con Agua Logo auf dem Herzen am Millerntor auf”.

Scheidender Hauptsponsor congstar macht sich unsichtbar und bringt sich und Viva Con Agua damit geschickt ins Gespräch. Eigentlich der einzige Grund, der mir bisher einfiele am Sonnabend ans Millerntor zu kommen: das zu sehen und eines der limitierten 100 Trikots zu erwerben/ersteigern.

Forza Viva Con Agua. Forza Sankt Pauli. Forza Rasenheizung!


21
Jul 08

Blogs, die die Welt noch braucht

Nach der fröhlichen Diskussion in den deutschen Blogs (1, 2, bspw.) zum Spiegel-Artikel “Die Beta-Blogger”, sickert langsam durch, was genau hinter dem Artikel steckt. SEO.

“Kein Blogger kann dem “bashing” von richtigen Journalisten widerstehen”, wird Spiegel-Affe Möller von Blumencranz zitiert. Ein voller Erfolg mit dutzenden von Backlinks zum Thema.

“Je später wir das aus dem Print online stellen, desto geiler linken sie”, freut sich ein großer langer Mann mit lustigen blonden Haaren, der hier unerkannt bleiben möchte.

Derweil frage ich mich, welche Blogs ich denn gerne lesen würde:

- ein Gruppenblog, in das alle nur bekifft schreiben dürfen
- das Blog einer Krankenschwester, die in der Nachtschicht nackt dichtet
- das Blog eines geplanten Anschlages. Von der Planung bis zum bitteren Ende.
- das Blog von Corny Littmann
- ein Blog, dass nur über Dinge schreibt, die gelb sind und maximal 14 Buchstaben haben.

… noch Wünsche?


15
Jul 08

Webnews – social spam und der letzte Versuch

Gerade erhalte ich eine Einladung zu einer “neuen Gruppe” bei Webnews.
Nicht nur hat sich der Einladende im Verein geirrt – und zwar gewaltig.
Er heisst auch noch so, wie ein gerade anlaufender Kinofilm. Sowas:

Du wurdest zur Gruppe BVB auf Webnews eingeladen!

Diese Einladung schickt dir Till (kungfu_panda@hotmail.de), damit du zu BVB immer auf dem Laufenden bist. In einer Webnews Gruppe findest du die besten Nachrichten und Videos zu diesem Thema im Netz.
Klick hier und schau dir die Gruppe einmal an.
Webnews ist kostenlos. Werde Teil der Webnews-Gemeinde und auch du kannst Nachrichten & Videos verlinken, bewerten und kommentieren!

Beste Grüße aus Köln
Dein Webnews-Team


23
Jun 08

Hochbahn-Fotos

Wandsbek Markt 1In Hamburg heißt die U-Bahn “Hochbahn”, auch wenn sie nur streckenweise oberirdisch verläuft. Nichts besonderes, nennen die Hamburger ihr Zentrum ja auch “Centrum”, nur um immer darüber zu nörgeln, dass “in der Stadt” nach 18:00 Uhr kein Leben mehr herrscht.

Das wiederum liegt bestimmt nicht an der Hochbahn, die sich zu einer der ältesten Deutschlands zählt und wohl gerade 100 Jahre alt wird. Dazu hat sich die Agentur siteseeing (sic!) einen Fotowettbewerb ausgedacht. Der ist in der Flash-Anwendung zur Jubiläums-Website “100 Jahre Hochbahn” integriert.

spätDie Qualität der eingesandten Fotos ist gut. Ich wage da kaum, meine Handyfotos einzureichen. Gerne würde ich auf einige Bilder direkt verlinken, sie größer sehen, als vom Flash-Designer vorgesehen, sie kommentieren, taggen und markieren. Sie via facebook, de.icio.us oder twitter meinen Freunden zeigen.

Schade, das geht alles nicht.

Übrigens finden sich gut 1.200 Fotos bei flickr zum Thema. Viele Favoriten dabei (bis zu 150) und mit lebendigen Diskussionen versehen (350 Kommentare). Mit mindestens soviel Liebe zum Motiv, nur irgendwie lebendiger – und mindestens so gut!


27
Sep 07

Ole’s Demokratieverständnis

“Es geht um die Frage wer in einer Demokratie das letzte Wort hat. Ich sage: Die letzte Entscheidung muss beim Parlament liegen!”

Quelle: “Bürgermeister ist gegen Volksentscheide”
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22
Aug 07

Solidarität, Anstand, Selbstverständlichkeit

Komisch, es gibt Tage, da liest man alles das, was an anderen Tagen nicht viel gemein hat, anders, in einer Art innerem Zusammenhang. Worte, Begriffe, die sich immer wiederholen, das Unmittelbare verknüpfen im Kopf.

Schön ist aus meiner Sicht, dass Erwachsenwerden vermutlich der Moment ist, wo die Bedeutung dieser Subkulturen und Zugehörigkeiten schrumpft und man lernt, die Welt komplexer und individueller wahrzunehmen. … lese ich bei den bissigen Liberalen. Und verneine.

Komplexer, ja, vielleicht, weil ich inzwischen hinter so manche Kulisse geschaut habe. Einige Drähte zu ihren Puppenspielern verfolgt, aber allzu viele Fäden gesehen habe, denen ich nicht so tief hinab folgen konnte. Individueller? Kommt sie mir vor die Welt, ja. Bin mehr allein. Hängt vielleicht mit dem Alter zusammen, oder mit einer Welt, die solange schon sich selbst bedroht, dass keiner mehr hinhört. Mit “Erwachsen werden” hat das wenig zu tun.

Im Gegenteil, ich empfinde “individueller zu sein” als pubertär. Wichtig, denn erst wenn ich mich selbst begreife, kann ich mich auch wieder in Ruhe umsehen, mich anschliessen.

Wenn ich meinen alten Freund Gavin treffe, der inzwischen in den USA lebt und gestern Geburtstag hatte – herzlichsten übrigens – dann sind seit dem letzten Treffen meist einige Jahre vergangen. Wir gehen dann nach einer kurzen “was hat sich denn inzwischen getan”-Phase in den stillen Teil unserer Konversation über. Reden wenig, geniessen die Zeit, die man nebeneinander verbringt. Selbstverständlich, auf Basis einer zugegeben erprobten Gemeinsamkeit, aufgrund erlebter Solidarität.

Dann lese ich einen Text von Axel Vornbäumen im Tagesspiegel, dem man ruhig vorwerfen kann, dass er sich bei der Überschrift hat hinreissen lassen – “Kein Herz für Inder” hat nämlich mit den Aussagen in seinem Text wenig zu tun. Konträr sogar, reduziert er die Thematik doch gut auf die wichtige Kernfrage: “Was wäre anständig gewesen?”

Ich bin es ebenfalls leid über Selbstverständlichkeiten, wie Anstand noch zu diskutieren. Ich suche Menschen auf, die Anstand mitbringen. Da spielt es keine Rolle, ob das Inder, Sachsen oder Volksmusikanten wären. Das nenne ich erwachsen werden, die Erkenntnis “zusammen weniger allein zu sein”.

Diese Selbstverständlichkeit übrigens, die finde ich Sonnabends für ein paar Stunden am Millerntor. Immer wieder, ohne dass man das groß sagen, einfordern oder in Prozesse gießen müsste.

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen:
Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus.
Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig.
Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent.
Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.
Gerhard Bronner (3)
23.10.1922 -
österreichischer Komponist, Musiker und Kabarettist