Posts Tagged: startup


5
Mar 08

“E.T. und Fruchtfliegen”, social networks: Je abwegiger desto besser

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Früher hieß das Spleen. Die Menschen, die einen solchen hatten, waren meist allein unter sehr vielen normalen Menschen in ihrem Dorf, ihrer Schule.
Im Web 2.0 ist das nicht mehr so. Es gibt wohl kein Hobby, keine Spielart des menschlichen Lebens, die nicht Gleichgesinnte findete in der nun weltweiten Community.

Da liegt eben auch der Fehler von vielen Start-Ups und ihrer Investoren. Anstatt die 2.000ste Reisecommunity zu machen, sollte sich mal jemand um die “social graphs” der Fliegenfischer dieser Erde kümmern.

So betrachtet, sieht Steven Spielbergs Idee, ein social network für Ausserirdischen-Gläubige zu starten, nur auf den ersten Blick spleenig aus!

Hollywood super producer Steven Spielberg is preparing to launch a new social network, we’ve heard from multiple sources. The focus will be on users who’ve had or who are interested in sharing paranormal and extraterrestrial experiences. The new social network may also have original video content investigating alleged ghost and UFO stories.

/techcrunch

Die Community ist irgendwo da draußen: Steven Spielberg, erfolgreichster Regisseur der Welt (E.T., Poltergeist etc.) und Fan des Para-Normalen, will eine Community für Gleichgesinnte aufbauen.

/turi2


15
Jan 08

Nie gehört

“Howzat media investiert in trivago” ist so ein Satz, der die blubbernde 2.0-Blase für mich manifestiert. Den naiven Versuch offenlegt, die Tatsache zu vernebeln, dass man eben zu spät auf den Zug aufzuspringen versucht, der für andere schon im Nirgendwo angekommen ist, diese schlimmen Nichtnamen für irgendwas.

Das geht aber noch weiter und wird dann erst richtig witzig:

David Soskin und Hugo Burge, die Macher der Reise-Plattform Cheapflights (www.cheapflights.com), investieren über ihr Unternehmen Howzat media in die Reise-Community trivago (www.trivago.de). Wir sind froh, unsere erste Investition in Deutschland, Europas größtem Internetmarkt, zu machen. trivago konkurriert erfolgreich in einem wirtschaftlich etablierten und stark wachsenden Sektor”, kommentiert Soskin die Investition. Über die Höhe der Finanzspritze ist nichts bekannt. Vor trivago investierte Howzat media bereits in das soziale Netzwerk Wayn (www.wayn.com), die britische Immobilien-Suchmaschine Zoomf (www.zoomf.com) und die Bewertungsplattform TrustedPlaces (www.trustedplaces.com).

Sowas.


26
Apr 07

Web 2.0: Klauen, wie die Großen

Ich habe eine gut 10-jährige Vergangenheit in der deutschen Agenturszene und bin schon oft in Pitches unterlegen, nur um dann ein halbes Jahr später unseren Pitchentwurf von einer Wald-und-Wiesen-Klitsche nachgebaut zu finden.

Es waren, soviel sei verraten, auch namhafte und große Unternehmen der damals so genannten “old economy” dabei. Guter Stil war das nie.

Ist ja auch peinlich, vor allem, wenn man es in den Unternehmensplan schreibt, so zu verfahren.

“laden wir uns Agenturen ein, um uns inspirieren zu lassen, und machen es dann selbst?”

… fragte sich das Startup yumondo in ihrem Wiki, annehmend, dass dies nicht aller Welt zugänglich ist.

Falsch gedacht und ausgelacht. Ganz Web o.o eben

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22
Dec 06

Katie Rees (Miss Nevada) unzensiert, als Rechercheobjekt sozusagen

nevada03.jpg


Nach einem großmedialen Kotau hat es Miss USA gerade noch so geschafft, ihre Krone und damit ihre Ehre zu behalten. Ähnliches Ungemach trifft nun Miss Nevada.

Mit Mädchen knutschen, feiern und sich dabei fotografieren lassen, das ist für amerikanische Misses nicht gebührlich. Das dürfen nur versoffene Ex-Frauen von toten Ikonen oder Madonna.

Übrigens findet man die Fotos zur eigenen Themenrecherche hier. Das ganze nennt sich so, weil ja niemand sich an den Bildern ergötzen, sondern nur ein Bild machen will, von der unerquicklichen Geschichte. Auf englisch klingt so ein disclaimer dann so:

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16
Nov 06

StudiVZ: nachhaltige Treibjagd nach dem Rotzlümmel Dariani

%28studivz%29%20fMinAuthority%20a4.pngSeit Tagen hangelt sich der Suchbegriff „StudiVZ“ in den TOP10 Suchbegriffen bei Technorati nach oben. Während sich in den USA über den Weltfrieden, die Wahlen, Bush und Apple gewundert wird, wundert sich Deutschland über eine Rotznase.

Eine potenziell reiche Rotznase, wenn sich das Gerücht um den Verkauf an das Original bestätigen sollte.

Reflexartig fällt man hierzulande nun über den CEO des me2-Startups her. Immerhin, er hat sich auch einiges zuschulden kommen lassen. Ich zähle bisher fünf Vergehen, moralische natürlich:

1. Ehssan Dariani hat einen schäbigen Humor und verfremdet Nazi-Kampfblätter zu Geburtstagseinladungen. Skandal. Ein Streich, der dem jungen Mann noch Jahre anhängen wird. Inzwischen hat er sich dafür so etwas wie entschuldigt.
2. Ehssan Dariani hat eine merkwürdige Art Mädchen anzubaggern und auch eine merkwürdige Art mit Persönlichkeitsrechten umzugehen. Das ist auch ein Skandal. Wenn der letzte Skandal allerdings klappt, dann ist das auch egal. Dann rennen ihm die Chicks die Bude ein, sowieso.
3. Ehssan Dariani mopst Domains von Mitbewerbern und dokumentiert damit nur seine blutige Anfängerschaft. Sowas von skandalös.
4. Ehssan Dariani, oder seine Helfershelfer löschen Kommentare und korrigieren Wikipedia. Web 2.0 Vergehen erster Kajüte. Natürlich ein Skandal!
5. Ehssan Dariani hat sich des Ausverkaufs des Web 2.0 schuldig gemacht. Spätestens als er mit den Samwers und Konsorten ins Bett stieg, hat er seine digitale Seele den Seelenverkäufern anheim und sich selbst zum Abschuss freigegeben. Freilich, das konnte man damals nicht wissen.

So fragen mich dann auch amerikanische Bekannte, ob wir nicht auch wirkliche Probleme haben, ob wir uns nicht ein wenig schämen, diesen Bauernjungen so zu schlachten?
Andere fragen sich nur: WTF is StudiVZ?

Jetzt kann man das ganze Thema auch ironisch angehen, wie Johnny. Ich frage mich aber:
Warum diskutieren hier so wenige über das eigentliche Thema?

Was haben die Nutzer solcher Plattformen davon, wenn die Gründer und Plattformbetreiber aus-chashen und sie als Pfand gleich mit?
Das ist kein Problem von StudiVZ allein. In den USA ein heißes Thema im Bezug auf YouTube. Die Gimmicks von Qype fallen da eher schon in die Kategorie „nice try“.

Aber, stört das die Mehrheit der Nutzer überhaupt?

Wenn ja, würden viele dieser übernommenen Communities schnell ausbluten, wenn die digitalen Bohémiens, die Wortführer und Kontaktknoten weiter ziehen. Das ist schon oft passiert. Erinnere mich an eine große Datingbörse, die der Kostenlosigkeit ein Ende und damit sich selbst fast abgeschafft hat.
Dann löst sich das Problem quasi von selbst. Nutzer, die gegangen sind, kann man nicht mehr seriös ansprechen und gegen das andere gibt’s Filter und den Staatsanwalt.

Oder man denkt ein wenig nach. Gründet eine Community, die gerne Geld verdienen darf, auch beim Verkauf, aber beteiligt die wichtigsten User.
Herauszufinden, wer das ist und wie man die anderen, das Fußvolk, den Long Tail nicht vergrault, das ist die große Aufgabe der Stunde.
Die wird aber zunehmend unsichtbar, in dem moralinen Nebel, der auf StudiVZ geworfen wird.


12
Oct 06

Murdoch vs. Google vs. Yahoo
YouTube und der erste social war

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Das digitale Schlachtfeld ist nicht von Hügeln gesäumt, auf denen die neuen Feldherren den Ledierten und Geschlagenen, den ebenfalls ledierten Siegern und den spielenden Fledderern beim Abzug zusehen. Mir gefällt das Bild trotzdem.

Während Millionen von Amerikanern und andere fleissig am social web weben, nur aus Spaß an der Freude und ein wenig gesunder Profilneurotisierung, braut sich neues Ungemach zusammen. Murdochs News Corp., Neueigentümer von myspace droht mit dem ersten Krieg ums social web. Geisel soll hierbei ausgerechnet der Hyperlink werden.

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