Posts Tagged: Stadt


28
Nov 09

Astra und St. Pauli das war einmal …

Astra Brauerei St. Pauli - tote Hülle»Findet ihr Astra eigentlich wirklich lecker oder gehört es einfach dazu?«, fragt mich Sebastian als abschließende Frage zu unserem Vorspiel-Interview FC St. Pauli – Union Berlin.

Nein und Nein, wäre die kurze Antwort.

Die etwas längere: Spätestens seit dem Wegzug der Brauerei aus St. Pauli ist Astra nichts weiter als eine Biermarke. Durch nichts mehr, als den Vermarktungsvertrag mit dem magischen FC verbunden. Käme morgen ein Flensbuger Pilsener, ich würde jubeln. Astra schmeckt mir nämlich noch nicht einmal. Ich halte Astra für Fusel. Irgendwo in der persönlichen Rangliste knapp vor Aldis Hansa-Pils, wenn das noch jemand kennt – aber hinter Karlsquell. ;(

Eigentlich ist dieser dumme Hype um das Bier auch ein Warnsignal. Wenn ich in München oder Berlin in Kneipen bin, die dem Lebensgefühl des FC St. Pauli nahestehen, sehe ich viele Astra-Trinker. Das ist das einerseits entferntes Dabeisein, gut, aber auch eine Virtualität und Fetisch-sauferei, die mit meinem St. Pauli nicht mehr viel zu tun hat. Genausowenig wie die Carlsberg-Marke Astra mit dem Stadtteil. Im Gegenteil, Astra ist für mich Symbol der Gentrifizierung St. Paulis Continue reading →


21
Jul 09

Stadtrad Hamburg – TEST

Ein paar Wochen läuft es nun, das StadtRad-Projekt in Hamburg. Ein voller Erfolg aus meiner Sicht, bin ich doch selten, seit dem wiederholten Diebstahl meines Fahrrads, so entspannt in die Stadt geradelt. Und das auch noch kostenfrei.

Das ist vielleicht die beste Seite an dem System, dass die Nutzung in den ersten 30 Minuten kostenlos ist. Innerhalb des Ring2 ist die Ausstattung mit Stationen auch so gut, dass ich fast immer von A nach B in knapp 30 Minuten komme. So, wie zur Arbeit morgens, von Ottensen in die Innenstadt.

Fast immer, denn immer mehr Hamburger entdecken das System, sodass schon morgens den außen liegenden Stationen die Fahrräder ausgehen, und die Stationen in der Stadt überbelegt sind. Ein Fehler im System, zumindest bei den vollen Ziel-Stationen, denn anders als in München bspw., kann man das StadtRad _nur_ an den Stationen zurückgeben. Continue reading →


4
Jul 08

5 Euro – mindestens – für “mindestens haltbar”

best before

Nun, wird sich jetzt sicher einer finden, der das sagt – denken tun es sicher auch einige – dass der Titel schon suggeriert, das ein Projekt Namens “mindestens haltbar” eben auch ein Datum hat, an dem es sozusagen überkippt. Sauer wird, oder ungenießbar.

Der Inhalt kann hier nicht gemeint sein, der ist nämlich spitze. In letzter Zeit unter Chefredaktion von Herrn Dahlmann initiiiert, sortiert und ausgewählt.

Es muss wohl an der mangelnden Verwertung seitens knallgrau liegen, so meine Mutmaßung, dass “mindestens haltbar” als Investition unhaltbar wurde.

Und dann ist da noch die von mir betreute Literaturseite Mindestenshaltbar. Hier wurde mir vor einigen Tagen mitgeteilt, dass man die gesamte Seite nicht fortführen möchte. Finanziell vernachlässigbar, aber ärgerlich.

Ich frage mich, ob es nicht Zeit wird, ein Experiment zu wagen.
Das Experiment für eine erste digitale Abo-Zeitschrift. Fünf Euro/Monat und abonnierten RSS-Feed.

Ich werfe so vielen Unternehmen so viele Euro so viel zu lange in den Rachen, bis ich meine Abos ändere oder kündige, da machen fünf Euro den Kohl nicht fett. Und vielleicht können dann die Abonnenten ja auch die Themen bestimmen. So wie das in social football clubs auch schon Gang und Gäbe ist.


29
Jun 08

Flaggenparade

danebrog, flaggen, haus, em2008Der größte Unterschied in diesen Tagen zwischen Kopenhagen und Altona, sind die viele Fahnen, Fähnchen und Flaggen, die in Altona an Autos und aus Fenstern hängen. Das ist alle vier Jahre so, dass sich das Verhältnis umkehrt.

Der Rhythmus ist einfach ein anderer. Wird in Dänemark jeden Abend bei Einfallen der Dunkelheit der Danebrog eingeholt, ist das in Deutschland nur alle vier Jahre der Fall. Nach dem Endspiel.

Dafür bleiben die Flaggen auch zwei Jahre im Karton. Und gefühlt wird es dann auch dunkler.

Kopenhagen führt übirgens einen Halbmond im Stadtwappen. Eine Idee, die man für Hamburg eigentlich auch überlegen könnte. Immerhin hat man mit Altona die drittgrößte dänische Stadt in seinen Grenzen.#

Und die ist heute Abend fest in deutscher Hand.


6
Jun 08

St. Pauli Nachrichten

st. pauli nachrichtenGratuliere herzlich zum 40jährigen Bestehen. Die Anfänge waren sicher spannender als die Gegenwart, weniger eiseitig Stadtteil-bezogen. Wird mal wieder Zeit die andere Seite St. Pauli’s die sich inzwischen im heimischen Fußballklub manifestiert, mit deinen Wurzeln zu verbinden. Was könnte das für eine schöne Postille werden.

Meist sei von den fabulierten Schlagzeilen diejenige genommen worden, über die in der Redaktionsrunde zuvor am lautesten gelacht wurde, etwa: «Angst und Schrecken über Venlo – Wollte Franz J. Strauß Lufthansa-Jet kapern?» Bald fingen die Leser wegen der örtlichen und inhaltlichen Nähe zum Hamburger Kiez an, Kontaktanzeigen zu schicken, die später unter der Rubrik «Seid nett aufeinander» liefen.


30
May 08

duplicate content, der Berliner Kurier, ein Mantel für die Mopo und wieso denn kein SEO für Print?

Morgenpost, Berliner Kurier

Als ich Mitte 2003 begann in Berlin zu arbeiten und ich jeden Tag den Berliner Kurier lesen konnte, viel mir als Hamburger sofort die Verwandtschaft zur Hamburger Mopo auf. Nicht nur war das Format ähnlich, auch die sanfte Selbstironie, die durch das Blatt und die Texte fließt, war mir vertraut. Ich mochte den Kurier sofort, seine konsequente Ost-Sicht genauso, wie das Überdrehen der Bush-o-phobie bei seinem erneuten Wahlsieg. Allein der Berliner Kurier hat weniger studentische Leser, als die traditionell im Uni-Milieu verbreitete Mopo. Ein Potenzial, das sich aber auch in Berlin durchaus heben lassen könnte – das nur nebenbei. Auch der bedingungslose Regionalbezug ist bei beiden Boulevard-Blättern ähnlich. In Hamburg noch wichtiger, will man von jemand anderem, als von Springers Erben informiert werden.

Heute, wie schon immer, in Hamburg wie in Berlin ist der Sport in der Stadt eigentlich das Wichtigste, die Kulturkalender, der Stadtteiltratsch über lokale B-Promis. Große Kultur findet man weniger in beiden, genauso, wie internationalen Gossip. Den dann meist kommentiert, denn recherchiert.

So ist es nur konsequent, wenn beide Boulevardblätter in Mantelthemen, wie dem internationalen Panorama kooperieren. Der kommt bei der Mopo aus Berlin und führte an der Griegstraße zu Unmut. Zu Unrecht, denn Konkurrenz droht der Mopo lokal. Dem Hamburger Abendblatt mit seiner immer besser werdenden Berichterstattung über den magischen FC beispielsweise, kann man nur durch konsequente Lokalberichterstattung sich vom Leibe halten. Von der BILD ganz zu schweigen.

Wirkt dann doch aber komisch, wenn man beide Mäntel dann nebeneinander liegen hat.
Als Randbemerkung: Aus SEO-Sicht auch bemerkenswert, dass sich der Artikel nur auf dem Angebot von BerlinOnline findet. Die Mopo kriegt wohl nur den duplicate content ;(

disclaimer: der Autor hat BerlinOnline von 2003 bis 2007 beraten.