Posts Tagged: spreeblick


26
Jun 08

Wir sind Türkei

Das war das Halbfinale. Also irgendwie war das verwirrend. Die vorherrschende Farbe: rot!
erst die türkische Mannschaft, der ich aus Kopenhagen zuschauen durfte, als sie vollkommen zu recht gegen diese Angsthasen in Führung ging.

In einem australischen Sportpub, mitten in Köbenhavn, in dem sich gegen 21.00 Uhr viele Deutsche einfanden zum Aufholen.
Plötzlich – Rot – kein Bild mehr. Inzwischen weiss ich, dass in Deutschland auch Bildausfall zu sehen war beim 2:1 — und dann wieder die Türkei — geschlagen am Ende von einer deutschen Mannschaft, die nur ein wenig mehr Schwein-stiger hatte … nu sind wir Türkei, die mit dem Willen zum Glück.

Auch wenn das die Bestätigung einer alten Weisheit war, isnt it Gary?


6
Mar 08

Kurzlebig: 2 Jahre Grup Tekkan und kein weiterer Bloghype in Sicht

grup tekkan
Morgen ist es zwei Jahre her, dass via n:tropie und Spreeblick das Video der Grup Tekkan mit ihrem Bloggersdorf-Hit “„Wo bist du, mein Sonnenlicht?”, das Licht der Sonne erblickt hat.

So richtig in Ruhm sonnen, konnten sich die Jungs nur kurz. Trotz Stefan Raab und Auftritt bei TV-Total hat es für eine nachhaltige Top-Platzierung im echten Leben nicht gereicht.

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23
Jan 08

01blog: Der Sinn von Event-Blogs und der lange Schwanz

“Langer Schwanz” ist vielleicht nicht die feinste Übersetzung für den Begriff “Long Tail”, aber genauso treffend, wie alle anderen. Gemeint ist, dass sich in dezentralen, vernetzten Medien das Wirksame (1-10 bei Google), das Wichtige (das oft verlinkte), eben das Relevante nicht am aktuellen Horn der Reichweite aggregiert, wie das in klassischen Medien so passiert, sondern in Schüben, unkontrolliert irgendwo aufpoppt. Gerade zu dem Thema “digitale Technik” ist die “Konkurrenz” enorm, der Schwanz weltumwedelnd.

Sinnzusammenhänge in der Welt des Hypertext sind nicht zwangsläufig an Zeitpunkte und Zeitabläufe gebunden, auch wenn die Kalender der ersten Blogs das noch suggerieren wollten. Relevanz kann sich deshalb erst mit der Zeit einstellen, wenn überhaupt.

Diese Erkenntnis steht der Art, wie Event-PR immer noch gemacht wird allerdings frontal im Weg. Wie schon bei der begleitenden Bloggerei zur Einführung der Wii vor gut einem Jahr, wird der Blog zur CeBit eben kein neues Engadget werden, ist es nicht auf mindestens vier Jahre geplant und finanziert. Wenn man keine Idee hat, was man in der so langen Phase zwischen zwei CeBits machen soll, dann kann man sich die Mühe schenken.

Ich kenne das Projekt nicht gut genug, um das abschließend zu beurteilen, einen populären Zugang zu dem Thema, auf den die Auswahl der Autoren wohl hinweist, finde ich allerdings spannend, auch über das Frühjahr 2008 hinaus.

Allein es fehlt mir der Glaube, dass Messeleitungen und ihre PR-Agenturen schon soweit sind.

via.


17
Jan 08

An Scientology und Tom Cruise soll die Welt genesen

Zumindest, wenn es nach Tom Cruise geht, den man landläufig als sehr charmanten und professionellen Menschen wahrnimmt. Ungläubig schaut man sich das Video an, das in den USA gerade die Runde macht und hektisch von Scientology wieder gelöscht wird. Das ist ja die beste Form des Interviews, in dem sich der Protagonist selbst, ohne Druck, um Kopf und Kragen redet.

So deutlich wurde die verstrahlte Einstellung eines der führenden Scientologen noch nie gezeigt (sinngemäß):

»if you are not believing it, you better have to learn it«

Das bei Gawker in den USA veröffentlichte Video schliesst mit den Worten, “die Geschichte von Tom Cruise, dem Scientologen, hat gerade erst begonnen”, hoffe ebenfalls, dass die Geschichte von Tom Cruise, dem gefeierten Schauspieler, dann hier aufhört.

Gawker zeigt Rückrat und kündigt an, dieses Video nicht zu löschen:

Gawker is now hosting a copy of the video; it’s newsworthy; and we will not be removing it.

side dish: Interessant, ein weiteres Mal, nach dem sexy Badevideo der brasilianischen Schönheit Danielle Cicarelli zu sehen, dass Internetvideos, einmal aus Pandoras Büchse entfleucht, nie wieder dorthin zurückkehren. Die Suche nach Cruise und Scientology ergibt bei YouTube derzeit 638 Treffer, eine mission impossible also ;)

update: Herrlich dieses Netz. Das ist Kommunikation 2.0, eine spontane Videoantwort, drüben ansehen beim Batzblog und die oben zu sehende Metaquelle sind Zeichen einer sehr lebendigen Demokratie in den USA. Frage mich, ob das hier in Deutschland sich auch Menschen trauen würden, bspw. beim Papst.


3
Jan 08

Vom Senf zur flotzigen Mentholzigarette

Hole gerade den Senf aus dem Kühlschrank, um den Grünkohl, den aufgewärmten, ein wenig zu verfeinern, als das Telefon klingelt.

Spreeblick-Johnny ist dran. Er zittert ein wenig in der Stimme.

ich: “Frohes Neues”
Spreeblick-Johnny: “Hört auf, ich weiss doch, was bei euch los ist”
i: “Wie jetzt?”
S-J: “Ihr wollt polemischer werden, der Lumma und Du”
i: “Och, das war nur so ne Idee, das würd ich jetzt nicht so ernst nehmen”
S-J: hat inzwischen weitergesprochen “… und dann hackt ihr bestimmt auf adical rum, Du vor allen, weil Du nicht rein durftest”.
i: “Ach, weisst Du, ich wollte gerade Grünkohl essen, soll ja gut für die Verdauung sein”
S-J: “Komm, erzähl nix”
i: “Doch, versprochen, hier gibts jetzt vermehrt Rezepte und so, und Politik, das passt super zusammen hier in Hamburg, wenn das wieder rauskommt, weißte, alles zusammen inne Elbe rinn”

Ich zwinkere mit den Augen, doch das kann Johnny nicht sehen.

S-J: “Ich seh mir das nicht länger an, wie ihr Nörgler mein schönes Projekt kaputt macht.”

Ein paar Sätze später, die ich mir nicht merken konnte, ich war abgelenkt, weil der Verschluss des Senfglases klemmte – wieso müssen die das immer neu erfinden, neuerdings braucht man zwei Daumen gleichzeitig, um die Dinger wieder aufzumachen – legten wir auf.

Ich ließ den Grünkohl liegen und machte mir ein heißes Bad zurecht. Mit Bayleys und Automatenzigarette. Frage morgen Nico mal, was er damit meinte, “mal wieder flotziger” zu werden.


3
Jan 08

Heimat Hamburg-Harburg: “Ej Alder, den reden wieder über disch”

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Es ist Sylvester, bei einem Linie Aquavit kommen Ö. und ich auf unsere Jugend zu sprechen. Von der Faszination, die die Gewalt auf den Straßen St. Paulis auf uns ausübte, die regelmäßig zu uns rüber schwappte, zu ihm nach Altona und zu mir ein wenig weiter westlich. Die Ahnungslosigkeit unserer Eltern, die Ignoranz, mit der die Probleme verdrängt, medial nicht thematisiert und dann von uns, wegen unseres Eintritts in die Erwachsenenwelt aus den Augen verloren wurden.

Nun hat Roland Koch das Thema zu einem Politikum gemacht. Es mithilfe der BILD auf den rotbraunen Boulevard geschleift. Unlautere Absichten darf man ihm da wohl unterstellen. Aber sind da „unsere“ besser? Wir, die wir mit einer Mischung aus erleichterter Distanz, gebildetem meist positiven Rassismus und Abscheu auf die Ereignisse um Sylvester in München schauen? Auf die Reflexe, die da in Medien und Politik, in uns ablaufen.

“Ey alder, den reden wieder über uns. Krass”, höre ich es auf den Schulhöfen und Bahnhöfen meiner Stadt. “Die Wichser, wie geil ist das den”.

Die Situation, dass 30 Champs auf dem Gänsemarkt meinen Bruder und mich umringen – aus purem Zufall, und weil wir einen der Jungs kannten, nichts weiter passiert ist – ist mir noch sehr gegenwärtig und 20 Jahre her. Das hätte durchaus so ausgehen können, wie die Situation in Harburg die Tage. Nix Neues also, und ein Grund weswegen sich Koch und Konsorten schämen sollten. So gehörig schämen. Tun sie vielleicht sogar und inszenieren deswegen dieses schwarz-bräunliche Dumpfdenkmanöver.

Natürlich gehören die Jungs, die den alten Mann totprügeln wollten, in den Knast! Auch die in Harburg. Ihre kleinen Brüder aber gehören pädagogisch mit aller Macht gefördert. In funktionierenden Vorschulen, als Deutsche erster Klasse. Imho der Kern dieser Debatte, dass da immer noch von Ausländern gefaselt und wirklicher gesellschaftlicher Fortschritt verhindert wird.