Posts Tagged: Rechte


13
Jun 08

1000 Fans, 1000 Videos – 1000 Perspektiven

...Es prallen Vorstellungswelten aufeinander, wenn einerseits darüber diskutiert wird, dass Internet-Videos von ARD und ZDF nach sieben Tagen – Sportvideos bereits viel früher – “aus dem Netz” genommen werden sollen.

Andererseits soziale Videodienste, wie Qik, sich auf das Iphone ausdehnen.

Sicher, die formaljuristische Position der DFL ist klar, aber wohl noch lange nicht abschließend geklärt. Die Diskussion um die Frage, “wem gehört der Fußball?” und “wie geht eine Gesellschaft mit dem Aufeinandertreffen zweier Grundrechte um?”, gerade erst entbrannt. Allein die Verbände und ihre Verwerter, die Sender und Broadcaster scheinen nicht mitdiskutieren zu wollen.

Liebe DFL, wollt ihr die alle abmahnen? Fußballfans, wie bspw. die fünf, die Videos vom Spiel des FC St. Pauli gegen den SC Freiburg vom 6.4.2008 auf YouTube eingestellt haben? Gästefans sind darunter und Paulianer. Viele verschiedene Perspektiven, von den Sitzplätzen über der Nordkurve, der neuen Südtribüne, entlang der Gegengeraden und aus dem Gästeblock. Zu vielen verschiedenen Zeitpunkten: Vor dem Spiel, vor und nach jedem Tor und bei der Ehrenrunde.

Zusammen ergeben diese Fragmente eine beeindruckende Collage an Emotionen, Eindrücken. Übermitteln Leidenschaft und Atmosphäre, auf eine Art und Weise, die man fast künstlerisch nennen kann.

Eine Konkurrenz zur herkömmlichen Sportübertragung im Internet sind sie nicht. Eher eine Ergänzung.
Das bald massenhaft auftretende Ausüben eines Grundrechtes, meiner Ansicht nach nicht zu verhindern, nur zu umarmen.


6
May 08

Soziales Schmiermittel social web

Gesellschaftliche Veränderungen benötigen Schmiermittel, um die enormen Reibungskräfte, die Anpassungen an das Neue verursachen, abzufedern.

Mel Blake hat für das 19. Jahrhundert, die Geburtszeit der Industriegesellschaft, den Gin ausgemacht. Für die USA sicher richtig. In Hamburg wäre das dann wohl Lütt&Lütt, ein Gedeck aus Bier und Korn, wahlweise Aquavit, das die seelischen Druckstellen labte und den gestressten Körper weiter auf Linie hielt. Vor und nach der Schicht bei Blohm & Voss.

Im 20ten Jahrhundert wäre demnach das Fernsehen die Droge der Nationen gewesen, wovon eine unvorstellbare Menge von 200 Milliarden Stunden jährlich in den USA konsumiert wird.

In Zeiten von sozialen Medien konzentriere sich diese Zeit, diese Energie, in Konversationen im Internet.
Als Beispiel zieht er die wikipedia-Diskussion über den Status des ehemaligen Planeten Pluto heran. Auch die Diskussion in deutschen Blogs über Urheberrechte und die Frage, wem denn der Fußball gehört, sind Ausdruck dieser neuen Machtfrage.

Wo geht sie hin diese Zeit? Nach Utopia, wo gleichberechtigt gestritten, getwittert und wikis befüllt werden? Oder in Klagen über die Kirschen im digitalen Garten des Nachbarn? Mehr Vielfalt oder die Diktatur des Mainstream? – jedenfalls die Diktatur des Klick.

via


5
May 08

Mut für ein Netz gegen Nazis

gegen Nazis


Ein Gespräch.

Peter: Haste schon gelesen? Die ZEIT und ihre Schwestern haben ein Portal gegen Rechts gelauncht?
r2*: Ja, habe ich gesehen. Wenn ich das richtig deute, geht das aus dem großartigen Projekt “Störungsmelder” hervor, das ich vor allem wegen dem grundsympathischen Phillip Lahm so mochte.
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29
Apr 08

Wem gehört der Fußball?

warnunk

Manchmal sieht man Konflikte kommen, und ist doch überrascht, wenn sie plötzlich da sind. Vor allem, wenn sie durch Medien “beschleunigt” werden. Vor einiger Zeit habe ich geunkt, dass spätestens zur EM 2008 die Frage zu diskutieren sei, ob der Fan 2.0, der da aus dem Stadion twittert, flickrt, casted oder bloggt, sich strafbar macht oder ob er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ausübt.

Nun diskutieren wir über mich, meine 1000Mikes-Handy-Übertragung, den FC St. Pauli, die DFL, den Begriff Rundfunk und die Meinungsfreiheit. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei.
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22
Apr 08

Mark: Not with my name (update: facebook addresses statement)

Unsitte, ist das richtige Wort, wenn man Facebooks Umgang mit Privatsphäre und Persönlichkeitsrechten beschreiben will.

Nach der Aufregung über facebooks Beacon, einer Art Spähsoftware zum zielsicheren Ausliefern von Werbung, arbeitet facebook weiter an seinem Ruf gelinde gesagt unsensibel und aggressiv eigennützig mit den Daten seiner Nutzer umzugehen: de.facebook.com schaltete bei Google.de Adsense Werbung mit Klarnamen der Nutzer, auch mit meinem.

Nachdem das inzwischen knapp 125 Nutzern von facebook und der halben Blogosphäre sauer aufgestoßen ist, hat facebook diese Art der Werbung zumindest eingestellt, ob der “Spuk” damit vorbei ist, wie Robert mutmaßt, wage ich zu bezweifeln. Zu groß scheint mir in diesem Fall der “kulturelle” Unterschied in der Wahrnehmung von “privacy” zu sein.

Immerhin, und das zeichnet dieses Unternehmen eben auch aus, ist vielleicht der Grund für seinen Erfolg, es realisiert schnell und so antwortet heute Mark Zuckerbergs Büro auf meine E-Mail von gestern:

Mark sent you a message.
——————–
Re: Not with my NAME, Marc

Hi,
This sounds like an issue that Facebook’s User Operations team could help with. I’ve forwarded this message along to them, and someone from that team will reach out to you as soon as possible.

Thanks,
Mark

Update 22:58 Uhr MESZ: Das offizielle Statement von faccebook trudelt ein.

“Facebook hat mehrere Programme getestet, damit Nutzer, mit der Option einer öffentlichen Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen, noch schneller in Suchergebnissen zu finden sind. Im Moment läuft dieser Test nicht mehr. Die Anzeigen wurden nur ausgeliefert, wenn a) ein Facebook Nutzer eine öffentliche Suchanzeige für die Indexierung von Suchmaschinen hat und b) wenn nach speziell ihrem Namen auf einer Suchmaschine gesucht wurde. Der Klick auf diese Anzeige führte auf die Hauptseite von Facebook, wo man sich wie immer registrieren muss bevor man ein Freund der gesuchten Person werden kann und bevor irgendwelche Informationen zu sehen sind.

Öffentliche Suchanzeigen zeigen allenfalls die Informationen Name und Foto des Nutzers, und auch nur dann, wenn der Nutzer in seinen Einstellungen der Privatsphäre die Such-Sichtbarkeit auf “Alle” gesetzt hat.
Öffentlich Suchanzeigen gibt es, um unsere Nutzer noch einfacher auffindbar für ihre Freunde auf Suchmaschinen zu machen und können jederzeit von den Nutzern ausgestellt werden. Nur Nutzer die über 18 sind und die die Einstellung “Eine öffentliche Suchanzeige für mich erstellen und diese für die Indexierung von Suchmaschinen verwenden” angekreuzt haben tauchen in externen Suchen auf.”

Ehrlich*. Ich bin mit dieser Antwort nicht zufrieden. Ihre Geschwindigkeit ist bemerkenswert, rechnet man die Sprachbarriere hinzu. Es scheint aber noch eine andere Barriere zu existieren, die ich heute Mittag schon mit Thomas besprach, als wir zu diesem Beitrag telefonierten.

Mehr noch: Die Schaltung der Anzeigen war gekoppelt an die Namen der jeweiligen Personen: Wer nach Hauth suchte, dem wurde diese Anzeige gezeigt. „Irgendwie hatte man ja damit rechnen können, dass es mal so weit kommt“, sagt der Hamburger: „Ich akzeptiere, dass der Google-Suchindex meinen Namen findet. Aber Teil einer Werbung zu sein – das hat eine andere Qualität“, sagt Hauth.

Bei facebook kann oder will man nicht begreifen, dass es einen Unterschied zwischen dem organischen Index von Google und Werbeanzeigen, á la Adwords gibt.

*Hervorhebungen von mir


1
Apr 08

Fans 2.0: Wem gehört der Fußball?

Fans 2.0, web 2.0, fussball. soccer

Wäre der FC St. Pauli eine Web 2.0 Community, dann könnte man seinen Wert leicht ermitteln. Ist er aber nicht. Das mit dem “Wert ermitteln” könnte aber dennoch nötig werden, wenn das Beispiel vom FC Liverpool Schule macht. Dort wollen seine Fans ihren FC kaufen, ihn aus den wirren Händen von Finanzinvestoren befreien, die sowieso keine Ahnung von seinem wahren Wesen haben.

In Deutschland, wäre das im Profifußball wohl am ehesten beim FC St. Pauli zu erwarten.

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