Posts Tagged: Protest


13
Jan 10

Die Hamburger Immobilienblase: “Wir brauchen bezahlbare Wohnungen, keine neuen Büros.”

Hamburg. Während bezahlbare Wohnungen in Hamburg immer knapper werden, steigt die Zahl der leer stehenden Büros dramatisch an. “Bis Ende 2010 kann die Leerstandsquote auf über zehn Prozent zulegen”, sagte Karen Rautenstrauch vom Maklerunternehmen Jones Lang LaSalle. Zurzeit sind es 8,3 Prozent. Dabei werden immer mehr Bürogebäude errichtet, obwohl es noch gar keine Mieter gibt. Die Investoren spekulieren auf wirtschaftlich bessere Zeiten und hohe Mieterlöse.” – medlet das Hamburger Abendblatt heute (Print|paidcontent|Google)

Diese Hamburger Immobilienblase, die beinahe auch das historische Gängeviertel dahingerrafft hätte ist asozial. Während auf St. Pauli, der Schanze in Altona und anderswo in und um HH die Wohnungen knapp und damit teuer werden, stehen bald 10% dieser toten Glas-Stahl gewordenen Prospekte leer.

Das Recht auf Stadt wird da beinahe zur Bürgerpflicht. Besetzt Büroräume.


28
Dec 09

20 Jahre Gentrification #Ottensen

Konkrete Anzeichen einer Gentrification-Entwicklung macht auch Tobias Behrens, Geschäftsführer des Stadtteilzentrums „Motte“, in seinem bislang bunt durchmischten Stadtteil Ottensen aus. Die Ladenmieten, berichtet Behrens, seien so abrupt gestiegen, daß es ihm seit Monaten nicht gelinge, Räume für einen dringend benötigten Kinderladen anzumieten. Die ersten türkischen Familien wanderten wegen steigender Mieten in ärmere Viertel ab. „Aus jeder Hundehütte“, sagt der Stadtteilkenner, „wird ein Appartement gemacht.“

aus dem Spiegel, 1988!

Nun frage ich mich, bin ich einer dieser “neuen Städter”? Oder eine Art kulturelles Zwischenwesen, das sich emotional noch im Alten Altona wähnt, wenn ich gegen IKEA in Altona bin?


25
Nov 09

Quo Vadis Gängeviertel? Eine Hamburger Scharade?

Gängevertel Hamburg

Das Thema ist aus der Presse. Hamburg gluabt sich auf der Seite der Sieger, das erste Mal, dass eine breite Unterstützung klug öffentlich agierender Hausbesetzer Wirkung zeigt. Glaubt man.

Ich habe da ein ungutes Gefühl. Was passiert, wenn der “Deal” nach dem “Deal” doch noch platzt, die Hinhaltetaktik aufgeht? Dann lieber Hamburger Senat, kannst Du Dich mit der Fortführung des Protestes anfreunden – ohne einen Funken Vertrauen läuft das auf Konfrontation hinaus. Das sollte Ole und seinen Freunden von der investierenden Zunft klar vor Augen stehen. Mir ist da sehr bange, dass das nicht verstanden wurde.


8
Oct 09

Liebes Hamburg-Marketing, wir weigern uns!

Szene-Viertel Blankenese

“Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch ein Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der „Wachsenden Stadt“ gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek-Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich Stadt der Investoren entgegenstellen.”

So endet ein langer offener Brief des Künstlers Ted Gaier an die Heinis im Hamburger Senat und angeschlossene Marketing-Butzen, die seit Jahren Slogans statt Politik verkaufen.

Ich schwärme ja immer wieder von der fragilen Balance, die Hamburger Wohnungspolitik in den 80ern in meiner Straße einrichtete (ich schreibe das mal der SPD zu, ohne das genau zu wissen). Drei Jugendstil-Bürgerhäuser, von links nach rechts von Beischlaf-verwöhnten Schauspielern als Eigentum bewohnt, von mir und meinen Nachbarn als normale Mietwohnung und nebenan Mietpreis-gebundene Sozialwohnungen. Ein toller Mix, von außen nicht zu unterscheiden, wenn der eine seiner Sucht fröhnend, zehnmal am Tag zum Automaten rennt und der andere mit Bierpulle aufm Balkon der seinen nachgeht.

Das ist vielleicht traurig und passt in kein Prospekt, aber lebendig ist es und mir gefällts. Und das vermisse ich in der Hafencity völlig, in weiten Teilen der Schanze und der Hamburger Innenstadt schon lange. Das Recht auf Stadt ist eigentlich eine Pflicht, die unserer Vertreter in den Zirkeln, die sie Parteien nennen. Widerstand dagegen ebenso.

Weltkulturerbe

Ted Gaier (* 1964 in Stuttgart) ist ein deutscher Musiker, Regisseur und Darsteller. Er lebt in Hamburg. Ted Gaier ist Gründungsmitglied und bis heute Texter, Bassist, Gitarrist und Keyboarder der Goldenen Zitronen, einer Hamburger Band.


29
Sep 09

Kontra IKEA in Altona erwirkt Planungsstopp

Kontra IKEA Altona Button“Die weitere Bearbeitung der von IKEA eingereichten Bauvoranfrage und die Bearbeitung der sanierungsrechtlichen Genehmigung für den beabsichtigten Bau unterliegen somit ab sofort dieser Sperrwirkung.”

Es ist ein kleiner Achtungserfolg, dass die Gegner der geplanten Ansiedlung eines IKEA Altona den Bauvorantrag stoppen konnten, bevor er zuende bearbeitet worden war. Anders gedacht, war das anscheinend schon vom Altonaer Bezirk.

Wie Altona.info meldet, darf “nach der Abgabe von einem Drittel der für das Zustandekommen des Bürgerbegehrens erforderlichen Unterschriften (ca. 1.850 gültige Unterschriften) darf für mindestens drei Monate – hier bis zum 29. Dezember 2009 – nach § 32 des Bezirksverwaltungsgesetzes eine dem Bürgerbegehren entgegenstehende Entscheidung durch die Bezirksorgane nicht mehr getroffen und mit dem Vollzug einer solchen Entscheidung nicht begonnen werden”.

Eine der Unterschriften war von mir, abgegeben vor unserem Wahllokal, zusammen mit mehreren meiner Nachbarn. Die übrigens alle, wie ich, nicht gegen IKEA sind, sondern sich gegen die Art und Weise wehren, wie der Bezirk und IKEA uns Bürgern keine Wahl lassen, als dagegen zu sein. Feiglinge, allesamt.


17
Sep 09

IKEA Altona: “Dieser Stadtteil ist dem Niedergang geweiht” #GAL

kill-billy-kein-IKEA-in AltonaEs war eine merkwürdige Mischung aus Ignoranz, Inkompetenz und stiller Übereinkunft, die am Ende noch unentschlossene Altonaer zu Gegnern, der IKEA-Ansiedlung in der Neuen Großen Bergstraße machte.

So wie mich. Continue reading →