Posts Tagged: Politik


16
Feb 10

DIE ZEIT online zu Westerwelles “Deppen der Nation”

Ich lese DIE ZEIT bewußt nur noch online. Und was ich dort über Westerwelles Thesen und ihre Beständigkeit gegenüber einer kritischen Betrachtung lese, gefällt mir so gut, dass ich gerne ein online-Abo abschließen würde.
@wblau, ab wann geht denn das?


Sind arbeitende Menschen die “Deppen der Nation”? Continue reading →


1
Feb 10

Liebe 4

Berlin – Die Arbeitsministerin mag das Wort nicht. Ursula von der Leyen möchte “Hartz IV” gerne aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verbannen. Den Begriff hält sie für unvorteilhaft besetzt. Deshalb sei es “absolut wünschenswert, dass auf die Dauer das Wort ‘Hartz IV’ verschwindet”, sagte sie der “Welt”.

So langsam kann man da eine langfristige Idee erkennen bei der Ursula von der Leyen. Schönmachen als Selbstzweck. Das funktioniert putzigerweise mit Kinderpornos genauso gut, wie mit Langzeitarbeitslosen, Armen und Faulenzern. Hauptsache wir, die mit Sozialversichungspflicht und souveräne Primaten, müssen das Elend am Ende der Nahrungskette nicht sehen müssen.

Vor die Pornos stellt man ein STOP-Schild – vor die Freiheit dann später auch, aber das sagt man nicht so laut. Überhaupt, wer will schon frei sein, wenn er sich nicht mal gegen eine lebenslange Steuernummer wehrt? Eben.

Vor die Armen und Renitenten stellt man die Schönheit der Fürsorge. Umbeschreibt dieses technokratische Monster “Hartz 4″, das einen gleichzeitig an staatliche Willkür und wahre Veruntreuung erinnert, mit einem schöneren Begriff. Sowas, wie “Chancen-Soli” oder “von der Liebe”. Diese Begriffe duften nach Vernel und Sonnenaufgang – hilft auch nicht mehr, aber klingt wohliger. Wünsche mir ja schon lange so tolle Life-Boxen, wie die, um die sich die Haitianer gerade prügeln, für Hartz4-ler. Dann hätten wir das mit den Obdachlosen auch gelöst.

Foto: (cc) by-nc http://ring.de, Wahlplakat zur Bundestagswahl 2009, Hamburg-Altona


26
Nov 09

FC St. Pauli – Union Berlin: Vorspielinterview – 5 Fragen aus Berlin

Alte-Foersterei-Union-BerlinIch hatte am Montag das Vergnügen, mir mal das Stadion an der Alten Försterei aus der Nähe anzuschauen und das bei bestem Hamburger Wetter. War schon beeindruckend.

Bei der Gelegenheit hatte ich digitalen Kontakt zu 2 Union-Bloggern, die mir in Vorbereitung unseres Spiels am Sonntag 5 Fragen geschickt haben, so als Art Ferninterview oder Vorspiel. Mit vielen Fragen fühle ich mich tlw. überfordert – deswegen poste ich die hier mal – schnappe sich jeder gerne 1 oder mehrere und senfe dazu ab. Gerne auch kritisch -


Guten Abend nach Hamburg, Continue reading →


8
Oct 09

Liebes Hamburg-Marketing, wir weigern uns!

Szene-Viertel Blankenese

“Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch ein Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der „Wachsenden Stadt“ gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek-Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich Stadt der Investoren entgegenstellen.”

So endet ein langer offener Brief des Künstlers Ted Gaier an die Heinis im Hamburger Senat und angeschlossene Marketing-Butzen, die seit Jahren Slogans statt Politik verkaufen.

Ich schwärme ja immer wieder von der fragilen Balance, die Hamburger Wohnungspolitik in den 80ern in meiner Straße einrichtete (ich schreibe das mal der SPD zu, ohne das genau zu wissen). Drei Jugendstil-Bürgerhäuser, von links nach rechts von Beischlaf-verwöhnten Schauspielern als Eigentum bewohnt, von mir und meinen Nachbarn als normale Mietwohnung und nebenan Mietpreis-gebundene Sozialwohnungen. Ein toller Mix, von außen nicht zu unterscheiden, wenn der eine seiner Sucht fröhnend, zehnmal am Tag zum Automaten rennt und der andere mit Bierpulle aufm Balkon der seinen nachgeht.

Das ist vielleicht traurig und passt in kein Prospekt, aber lebendig ist es und mir gefällts. Und das vermisse ich in der Hafencity völlig, in weiten Teilen der Schanze und der Hamburger Innenstadt schon lange. Das Recht auf Stadt ist eigentlich eine Pflicht, die unserer Vertreter in den Zirkeln, die sie Parteien nennen. Widerstand dagegen ebenso.

Weltkulturerbe

Ted Gaier (* 1964 in Stuttgart) ist ein deutscher Musiker, Regisseur und Darsteller. Er lebt in Hamburg. Ted Gaier ist Gründungsmitglied und bis heute Texter, Bassist, Gitarrist und Keyboarder der Goldenen Zitronen, einer Hamburger Band.


29
Sep 09

Kontra IKEA in Altona erwirkt Planungsstopp

Kontra IKEA Altona Button“Die weitere Bearbeitung der von IKEA eingereichten Bauvoranfrage und die Bearbeitung der sanierungsrechtlichen Genehmigung für den beabsichtigten Bau unterliegen somit ab sofort dieser Sperrwirkung.”

Es ist ein kleiner Achtungserfolg, dass die Gegner der geplanten Ansiedlung eines IKEA Altona den Bauvorantrag stoppen konnten, bevor er zuende bearbeitet worden war. Anders gedacht, war das anscheinend schon vom Altonaer Bezirk.

Wie Altona.info meldet, darf “nach der Abgabe von einem Drittel der für das Zustandekommen des Bürgerbegehrens erforderlichen Unterschriften (ca. 1.850 gültige Unterschriften) darf für mindestens drei Monate – hier bis zum 29. Dezember 2009 – nach § 32 des Bezirksverwaltungsgesetzes eine dem Bürgerbegehren entgegenstehende Entscheidung durch die Bezirksorgane nicht mehr getroffen und mit dem Vollzug einer solchen Entscheidung nicht begonnen werden”.

Eine der Unterschriften war von mir, abgegeben vor unserem Wahllokal, zusammen mit mehreren meiner Nachbarn. Die übrigens alle, wie ich, nicht gegen IKEA sind, sondern sich gegen die Art und Weise wehren, wie der Bezirk und IKEA uns Bürgern keine Wahl lassen, als dagegen zu sein. Feiglinge, allesamt.


7
Sep 09

Das Internet-Manifest

Das Internetmaifest von Thomas, Sascha und vielen anderen ist eine Zusammenfassung der lose schwelenden Konflikte um das Thema Internet und Journalismus, die uns seit ein paar Jahren begleiten.

In seiner disruptiven Wirkung nicht zu verwechseln mit dem Cluetrain Manifest, aber eine gut formulierte Sammlung an Thesen, an denen man sich gehörig reiben kann und soll.

“Wir, das Internet” :) Continue reading →