Posts Tagged: Licht


20
Feb 08

Millerntaler und Berliner Schnellmerker

FC St. Pauli hat Ärger mit seinen Fans”, headlined Julien Wolff in der Berliner MoPo.
“Anhänger des Zweitligisten protestieren erfolgreich gegen die neuen Marketingpläne ihres Klubs” und meint den Protest gegen den Millerntaler.

Das ist doch nu wirklich kalter Kaffee, der Drops ist gelutscht. Mensch Julien, ihr berichtet fast einen Monat später, als bspw. der Tagesspiegel. Sowas.

Aber recht hat er der Herr von der Aktion gegen den Millerntaler:

Erneuerung ist in St. Pauli immer eine Gratwanderung: Zum einen muss der finanzschwache Verein Geld generieren, um konkurrenzfähig zu sein. Zum anderen muss er seiner Tradition und dem alternativen Publikum gerecht werden, das gegen die Macht des Geldes kämpft. “Ein gewisses Maß an Kommerzialisierung gehört heute dazu. Aber wir wollen uns nicht verkaufen lassen”, sagt Brauns. Damit dieser Balanceakt gelingt, will der Verein künftig noch intensiver mit den Fans kommunizieren. “Es gilt, Kompromisse zu finden”, sagt St. Paulis Geschäftsführer Michael Meeske.

Lese bei Turi2, dass Juliens Artikel auch auf Welt.de veröffentlicht wurde.


18
Feb 08

Die Daten unserer Kinder

kinderWer in diesen Tagen in die USA reist, und sagen wir Hashid mit Vornamen heißt, der ahnt schon, was da über ihn im Hintergrund alles ausgetauscht wird, an Daten und Rastern, die über diese dann gelegt werden.

Für Hamburger Schüler gibt es seit ein paar Jahren das Zentrale Schülerregister, eine Datenbank ZSR* genannt, die alle Hamburger SchülerInnen erfassen soll. Vordergründig soll damit die Schulpflicht erfasst werden. Ein unangenehmer Nebeneffekt ist die Ringfahndung nach “illegalen” Kindern durch den Datenabgleich mit anderen Behörden, bspw. der Ausländerbehörde. Wohin das führen kann haben wir am Fall der Hamburger Schülerin Yesim gesehen, deren geplante Abschiebung Hamburger Bürger, gegen ihre Verwaltung, politisch gerade noch durchsetzen verhindern konnten.

Für diese Überwachungsorgie erhielt Senatorin Dinges-Diering 2007 den Big Brother Award.

An einer Schule befreundeter Eltern ist es mehrfach zu diesen Datenabgleichen zwischen staatlichen Stellen gekommen, ohne die Eltern vorher in geeigneter Weise zu informieren. Da kann man sich getrost hilflos fühlen in der eigenen Stadt. Verglichen und verstrickt in Verwaltungsmuster, ohne richtige Kontrolle. Ein Datenschutz-Gau.

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17
Feb 08

Keine Machtspielchen Littmann!

Ich hatte es schon geahnt, dass die frühe Ernennung von Helmut Schulte, ja ich habe ihn auch geliebt damals, zum Sportdirektor noch Ärger verheißt. Und heute lese ich in der Mopo am Sonntag (leider nicht online, sowas ;), dass Stani nix von Littmanns Schnellschuss wusste.

Spielt da jemand die Machtkarte? Ist Stanislawski zu erfolgreich beim FC Sankt Pauli gewesen? Zu unumstritten.
Ich hoffe der Zirkus geht nicht auf die ohnehin belastete Moral beim FC.

Auf Schultes Empfehlung kamen bereits zwei seiner Entdeckungen: Charles Takyi und Filip Trojan (Schulte: „Meine ersten Verpflichtungen für S04“). Schulte wäre das gewünschte Kontroll-Organ in der Sportlichen Leitung, soll dem Fachmann Stanislawski zur Seite stehen, ihn aber im Krisenfall auch entlassen dürfen … (schreibt BILD.de)

(Wir schreiben); Helmut, halt Dich ja zurück: Das Millerntor ist Stanislawski-Territorium.


14
Feb 08

perplexer Supporter, erbärmlicher Leserreporter

Ich gebe es zu, ich bin ein erbärmlicher Leser-Reporter. Da latsche ich heute morgen durch den Bahnhof Dammtor, auf dem Weg zur Arbeit und mental auch schon halb da, als ich zwei Jungs in St. Pauli-Klamotten sehe. Freue mich kurz und denke daran, wie komisch bekannt die mir vorkommen.

Ein paar Meter weiter sehe ich dann den großen schwarzen Lauchtturm Sako inmitten einer Gruppe von schwarz gekleideten Männern. Ach ja, der FC St. Pauli auf dem Weg nach Koblenz. Aber anstatt meiner Chronistenpflicht nachzukommen ist mein Kopf leer. Hören, wie komisch ich mich nach dem Spiel gegen Jena fühlte, wollen die sowieso nicht – das hier wissen sie wohl selbst. Aber wieso fällt mir nichts zu Koblenz ein? Vielleicht, weil unsere Jungs da nur verlieren können. Gewinnen sie, ist die Welt wieder in Ordnung, aber irgendwie erwartet man das von Stani ja auch inzwischen, dass er die Jungs regelmäßig wieder gerade bügelt nach einer solchen Leistung, wie am vergangenen Freitag. Spielen sie Unentschieden oder verlieren, wäre das schon beinahe ein kleine Serie zur Rückrunde und nur fair nach dem Gurkensieg im Hinspiel am Millerntor. Bei dem Gedanken war ich auch schon aus der Tür.

Da stand ich plötzlich vor Stani, der draussen rauchend stand. Ist eben gut erzogen der Mann und warm angezogen war er auch. “Viel Glück” war dann auch alles, was mir schnell noch einfiel. Eigentlich hätte ich ihm auch noch zur bestandenen A-Lizenz gratulieren wollen, war aber schon weiter, am schnorrenden Punker auf der Dag-igrendwieKsöll-Brücke vorbei in das Arbeitsleben.

Ein erbärmlicher Leser-Reporter ich bin.


12
Feb 08

Forumshaftung: Gleitmittel Sorgfalt

„Gleitender Sorgfaltsmaßstab” das ist keine Schweinerei aus Flensburg, sondern die heraninterpretierte Erklärung, weswegen man an Hamburger Gerichten das mit der Forenhaftung mal so und mal so auslegen möchte. Ein Gleitmittel für Rechtssicherheit sieht anders aus.

Es besteht (somit) ein „gleitender Sorgfaltsmaßstab” mit einem Spektrum abgestufter Prüfungspflichten: Ist mit großer Sicherheit vorhersehbar, dass es zu schweren Persönlichkeitsrechtsverletzungen kommen wird, so kann die Prüfpflicht des Betreibers demnach an dem einen Ende des Spektrums bis hin zu einer Dauer- und Vorabkontrollpflicht anwachsen.


10
Feb 08

“Heimat Hamburg” vs. “Heimat Ankara”

hamburg beibt deutsch“Es ist schändlich”, sagte Henryk Broder eben bei Anne Will, “dass Erdogan, türkischer Ministerpräsident und zu Gast in Deutschland, die Katastrophe in Ludwigshafen für seine politischen Interessen benutzt”. Und er hat recht.

Das spielen mit den Gefühlen rückt in den Vordergrund. Erdogan nutzt die gleichen Mechanismen, wie Roger Kusch, wenn der auf seinen Plakaten fordert, dass “Hamburg deutsch bleiben” soll. Demnach sollen die Tüken in Deutschland besser türkisch bleiben.

Das ist Zündeln an einer Lunte, die keiner der beiden je wieder ausgepustet bekommt, wenn sie einmal brennt.
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