Posts Tagged: Kommunikation


18
Jun 08

Unwort des Jahres: “Werbenetzwerk für Blogs”

Nach adical Adnation plant nun auch technorati ein Werbenetzwerk für Blogs aufzubauen. Trotz eines viel größeren Marktes ist die Idee nicht besser, als die der Berliner Blogentrepreneure Sascha Lobo und Johnny Haeusler.

Technorati, which has raised around $10 million in new funding to save it out of oblivion, is now launching an online ad network for blogs, amidst heavy competition in the sector. The Technorati Media network has signed on some blogs as its core, more focused on technology sector: blogtalkradio, Blogcritics, blogcatalog, BlogTV, GeekAlerts, GPSMagazine, NerdApproved and Technabob.

Werbung will Norm. Nicht nur deswegen gibt es den so oft schon totgeglaubten Standardbanner noch. Der Wert dieses normierten Stücks werblicher Kommunikation, ob es nun medium rectangle oder wallpaper heißt, bestimmt sich nach dem Umfeld in dem es geschaltet wird. Teurer auf einem Finanzjournal – wenn wir mal Werbende aus dem Bereich Altersvorsorge nehmen – und billiger auf Communities, wie wer-kennt-wen bspw., wo die Menschen milliardenfachen PI-Schaum abwerfen beim sich gegenseitig verknüpfen. In der Stimmung eine Riester-Rente abzuschließen ist da keiner.

Und Blogs? In den USA finden sich immerhin noch Weblogs mit thematischer Klarheit *und* einigermaßen signifikanter Reichweite. In Deutschland kenne ich da keines. Blogs sind hier nur in den Augen ihrer Betreiber besonders; für Media-Agenturen leben wir unterhalb der Wahrnehmungsgrenze.

Werbetechnisch gesehen ist das so, als würde es Klopapier für Dicke geben, das sich aber in Nichts von dem für alle unterscheidet.

disclaimer: Ich finde die Idee eine feine Blogagentur zu gründen, um über ein Netzwerk, wie Adnation stark focussierte Kampagnen zu fahren, die in einem großen Mediaplan eben keinen Platz haben, hingegen nicht so schlecht. Eigentlich ist es auch genau das, was Sascha und Johnny mit der Casio Kampagne gemacht haben. Nur dann muss ich den Anspruch und die Kommunikation anpassen – ein Werbenetzwerk ist das nicht mehr. Eher eine online Werbeagentur mit angeschlossenen Werbeträgern


30
May 08

Konkurrierende strategische Handlungsfelder

Unter dem etwas sperrigen Begriff “Politik der Bundesregierung für digitale Information und Kommunikation – Strategische Handlungsfelder” finden sich in der Dokumentation des BMWI zum Aktionsprogramm iD2010 zwei, die sich meiner Ansicht nach in einer immanenten und permanenten Konfliktsituation befinden: “B.I.4 Schutz geistigen Eigentums zukunftsgerecht sichern” und “B.II.4 Kulturgut über das Internet für jedermann erschließen”, was in seiner Konsequenz auch kostenfreies DSL für “Hartz IV”-Empfänger heißt.

Bemerkenswert und vielleicht ein wenig entlarvend, dass im Bereich Sicherheit kein Wort über das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung oder die daraus resultierenden Herausforderungen in Sachen Persönlichkeitsschutz verloren wird. Nur in einem solchen politischen Klima kann so etwas, wie die Telekom-Spitzelaffäre gedeihen.


24
Jan 08

Millerntaler, Du kleine Stadionwurst

millerntaler

Ich werde daraus nicht schlau und je länger diese Diskussion um den Millerntaler dauert, desto weniger mag ich ihn.
Er tut nämlich genau das, was gute Promoaktionen nicht machen dürfen: er limitiert und schränkt ein.

Abgesehen davon, ob ursprünglich geplant war, die Fans am Millerntor zu ihrem Glück zu zwingen (was ja bekanntlich immer nach hinten losgeht), also nur noch den Millerntaler an den Bier- und Wurstständen anzunehmen, ist die jetzt, zuletzt in der Mopo, kommunizierte Lösung auch nicht viel besser: Einige Stände nehmen demnach EURO, andere *nur* Millerntaler.

Die Stände am Millerntor werden mit der Einführung des Millerntalers aufgeteilt. An den meisten Wurst- und Bierbuden werden die St. Pauli-Anhänger zunächst noch mit Bargeld bezahlen können.

So ein Humbug!

Einzige Rettung für das angeschlagene Projekt:
- duales Kassieren an allen Ständen
- Kommunikation als reines Sammlerstück – mehr ist er nämlich nicht – und merke: wer am Millerntor mit Effizienz argumentiert, hat schon verloren. Das solltest Du, Cornelius, eigentlich wissen.
- Einrichten einer Tauschbörse/Spendenbörse für nicht genutzte Taler
- Unterstützen eines St. Pauli Projektes. Wie ich höre braucht Benny’s Projekt Viva Con Agua gerade wieder eine Spritze.
- Verankerung im Stadtteil. Bspw. durch Förderung der Mittagessen für Schüler der Gesamtschule St. Pauli, da hakt es seit Jahren dank Herrn Hartz und seiner Armutsgrenze.


22
Jan 08

Millerntaler

Ehrlich, ich verstehe die Aufregung nicht.
Ja, der Millerntaler ist ein Promogag, nahe läge, dass er vom Pokersponsor unseres Vereins, pokerroom.tv unterstützt wird.(ist das eigentlich so?). Wird er aber wohl nicht, sondern vom Caterer aus Flensburg.

Habe die Flyer auch gesehen an diesem schönen Sonnabend am Milerntor.
Und?

Grundregel einer Promoaktion ist, dass sie uninteressierte nicht behindert, interessierte Fans anspricht. Mal witzig, mal unterschwellig, mal in Form von Jetons, die man sammeln und einlösen kann. Ich kann daran nichts Schlimmes entdecken.

Sicher, es muss weiterhin auch mit Euro bezahlbar sein (siehe Regel 1 ;), aber das scheint ja gewährleistet zu sein.
Selbstverständlich könnt ihr auch weiterhin das Bier und die Wurst bzw. das Fischbrötchen an den Verkaufsständen im Millerntor-Stadion in Euro bezahlen.

Update: Genervt sind die Paulianer wohl in erster Linie von der Art der Kommunikation. Bei der anscheinend angedachten Poker-Dauerkarte müsste man das wohl offensiver besprechen, um ins Feld schießende Paranoia abzufangen, und davon haben wir ja ne Menge am Millerntor – übrigens aus schlechter Erfahrung, dass hat zuerst mal nix mit dem Sponsor zu tun.

Update II: Einen Bierboykott halte ich aus zwei Gründen für eine eigenwillig doofe Idee. Erstens ist das gerade der Bereich in dem der Verein am reellsten am Umsatz beteiligt wird, anders als bei den Merchandising-Einnahmen. Zweitens ist ohne Bier das schönste Spiel nur halb so schön.

Weitere Infos:
Basisstpauli Forum
Offizielle FAQ zum Millerntaler


17
Jan 08

An Scientology und Tom Cruise soll die Welt genesen

Zumindest, wenn es nach Tom Cruise geht, den man landläufig als sehr charmanten und professionellen Menschen wahrnimmt. Ungläubig schaut man sich das Video an, das in den USA gerade die Runde macht und hektisch von Scientology wieder gelöscht wird. Das ist ja die beste Form des Interviews, in dem sich der Protagonist selbst, ohne Druck, um Kopf und Kragen redet.

So deutlich wurde die verstrahlte Einstellung eines der führenden Scientologen noch nie gezeigt (sinngemäß):

»if you are not believing it, you better have to learn it«

Das bei Gawker in den USA veröffentlichte Video schliesst mit den Worten, “die Geschichte von Tom Cruise, dem Scientologen, hat gerade erst begonnen”, hoffe ebenfalls, dass die Geschichte von Tom Cruise, dem gefeierten Schauspieler, dann hier aufhört.

Gawker zeigt Rückrat und kündigt an, dieses Video nicht zu löschen:

Gawker is now hosting a copy of the video; it’s newsworthy; and we will not be removing it.

side dish: Interessant, ein weiteres Mal, nach dem sexy Badevideo der brasilianischen Schönheit Danielle Cicarelli zu sehen, dass Internetvideos, einmal aus Pandoras Büchse entfleucht, nie wieder dorthin zurückkehren. Die Suche nach Cruise und Scientology ergibt bei YouTube derzeit 638 Treffer, eine mission impossible also ;)

update: Herrlich dieses Netz. Das ist Kommunikation 2.0, eine spontane Videoantwort, drüben ansehen beim Batzblog und die oben zu sehende Metaquelle sind Zeichen einer sehr lebendigen Demokratie in den USA. Frage mich, ob das hier in Deutschland sich auch Menschen trauen würden, bspw. beim Papst.


4
Jan 08

2008 ohne Alice DSL? – Was erlauben AOL?

Es ist Anfang des Jahres, die Rechtsschutz-Versicherungspolice wird fällig und mit ihr der bange Blick auf das Konto.
Könnte ich nicht mal wieder ausmisten? Bei Telekommunikationstöchtern, Mobilfunkverträgen, Versicherungen und Co. – alles ja Branchen, die unheimlich viel unternehmen, wenn es darum geht einen als Neukunden zu verhaften, dann aber beharrlich schweigen und eine cent/Minute-bewehrte Mauer um sich errichten.

Nach einem teuren Serviceanruf bei AOL/Alice stellte sich heraus, dass AOL meinen Hansenet Pressetarif, eine monatliche Flatrate, auf ein Minutensberechnungsmodell umgestellt hat. Imho willkürlich. Angeblich soll ich benachrichtigt worden sein. Per E-Mail. Wann genau, ist aber von dem Kundenbetreuer nicht mehr nachzuvollziehen (*sic).

Habe hilfsweise im Gespräch mit Herrn S. zu diesem Umstellungszeitpunkt den Vertrag mit Hansenet gekündigt. Warte jetzt auf die Erklärung der Presseabteilung; und ebenfalls hilfsweise auf die neue Rechtsschutz-Police.