Es gehört schon eine große Portion Chuzpe dazu, als FC St. Pauli eine Aktion zu unterstützen, die sich um die Sauberkeit und Modernisierung von Umkleidekabinen kümmern will.
Nicht lange her, da riskierten die eigenen und Gast-Spieler mindestens eine gefühlte Rückreise in die eigene Jugend, wenn sie die Umkleiden im alten St. Pauli Klubheim nutzten:
„Bei uns haben sich auch Olli Kahn und Stefan Effenberg wohl gefühlt“, sagt Paulis lebende Zeugwart-Legende Claus „Bubu“ Bubke. Und das, obwohl sie unter den im Winter oft kalten Duschen gefroren und sich im abgeranzten Kabinentrakt unter dem Schankraum wahrscheinlich so manchen Fußpilz geholt haben.
O.k., das Projekt, in Kürze, schreibt mir Björn heute per E-Mail: Der Weltpokalsiegerbesieger FC St. Pauli und Lamisil suchen Deutschlands heruntergekommenste Umkleidekabine. Bis 18. Juli 2008 kann jeder deutsche Sportverein Bilder oder Videos seiner ruinösen Vereinskabine auf die Aktionsseite www.neue-kabine.de hochladen und eine Sanierungsunterstützung von 20.000 Euro gewinnen.
Die Aktion startet in diesen Tagen, morgen werden bspw. Fotos mit Brunnemann, Boll und Eger geschossen – was ja auch darauf hinweist, dass uns Brunne in der nächsten Saison erhalten bleibt ;)
Mir schießt da sofort die alte Umkleide meines SC Nienstedten in das Gedächtnis, die Erinnerung allein schon ein wenig modrig, wie der Geruch, der sich auch noch aufdrängt.
Ein wenig Trauer mischt sich dazu, über die vergangene Jugend und das abgerissene Klubheim. Bangen um den Fußball und Gedanken über die neue putzige Fassade der Südtribüne.