Posts Tagged: IKEA


7
Jan 10

Blauer Brief für Ikea aus Altona (Pro Ikea Bürgerbegehren)

Der Begriff Volksentscheid oder Bürgerbegehren ist in Hamburg ein wenig mißverständlich, könnte man doch annehmen, dass das, was das Volk entscheidet, dann auch zur politischen Maxime wird. Das ist in der Vergangenheit nicht immer so gewesen. (Vgl. Volksentscheid für mehr Demokratie in HH).

Bei diesem Bürgerbegehren nun, dem PRO IKEA in Altona, kann man fast sicher davon ausgehen, dass ihn, falls er erfolgreich verläuft, alle politischen Kräfte außer DIE LINKE herzsteinfallend begrüßen werden. Nimmt ein Votum für IKEAs rüde Ansiedlung in Altona, anstelle des Frappant-Gebäudes doch politischen Druck von den handelnden Akteuren im Bezirk Altona. Man kann dann alle Versäumnisse und Katastrophen, sei es in Sachen Verkehr oder Stadtentwicklung prima auf den Wähler abschieben. Außerdem will es laut Bettina Göbel (via taz) ohnehin, “nur das absegnen, was die Altonaer Bezirksversammlung sowieso schon beschlossen hat.”

Taktisch im Vorteil, kommt der PRO IKEA Bürgerbegehren vor dem der CONTRA IKEA Fraktion (denen fehlten lange die weiteren Unterschriften, was sicher auch an der großen Kriegskasse der PRO-ianer und deren massiver Unterstützer in Reihen der Parteien zu verdanken ist). Ich befürchte, das könnte ein entscheidender sein. Zusammen mit dem Gemütlichkeitsfaktor westlicher Vorortsbewohner, die dann nicht ins standesmäßig dunklere Schnelsen mehr fahren müssten. In Zeiten der Krise geht man dann doch lieber zu IKEA in der Neuen Großen Bergstraße, anstatt zu habitat – 500 Meter weiter am Elbufer.


28
Dec 09

20 Jahre Gentrification #Ottensen

Konkrete Anzeichen einer Gentrification-Entwicklung macht auch Tobias Behrens, Geschäftsführer des Stadtteilzentrums „Motte“, in seinem bislang bunt durchmischten Stadtteil Ottensen aus. Die Ladenmieten, berichtet Behrens, seien so abrupt gestiegen, daß es ihm seit Monaten nicht gelinge, Räume für einen dringend benötigten Kinderladen anzumieten. Die ersten türkischen Familien wanderten wegen steigender Mieten in ärmere Viertel ab. „Aus jeder Hundehütte“, sagt der Stadtteilkenner, „wird ein Appartement gemacht.“

aus dem Spiegel, 1988!

Nun frage ich mich, bin ich einer dieser “neuen Städter”? Oder eine Art kulturelles Zwischenwesen, das sich emotional noch im Alten Altona wähnt, wenn ich gegen IKEA in Altona bin?


8
Oct 09

Liebes Hamburg-Marketing, wir weigern uns!

Szene-Viertel Blankenese

“Eine Stadt ist ein Gemeinwesen. Wir stellen die soziale Frage, die in den Städten heute auch ein Frage von Territorialkämpfen ist. Es geht darum, Orte zu erobern und zu verteidigen, die das Leben in dieser Stadt auch für die lebenswert machen, die nicht zur Zielgruppe der „Wachsenden Stadt“ gehören. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt – mit all den Bewohnerinnen und Bewohnern Hamburgs, die sich weigern, Standortfaktor zu sein. Wir solidarisieren uns mit den Besetzern des Gängeviertels, mit der Frappant-Initiative gegen Ikea in Altona, mit dem Centro Sociale und der Roten Flora, mit den Initiativen gegen die Zerstörung der Grünstreifen am Isebek-Kanal und entlang der geplanten Moorburg-Trasse in Altona, mit No-BNQ in St. Pauli, mit dem Aktionsnetzwerk gegen Gentrifizierung und mit den vielen anderen Initiativen von Wilhelmsburg bis St. Georg, die sich Stadt der Investoren entgegenstellen.”

So endet ein langer offener Brief des Künstlers Ted Gaier an die Heinis im Hamburger Senat und angeschlossene Marketing-Butzen, die seit Jahren Slogans statt Politik verkaufen.

Ich schwärme ja immer wieder von der fragilen Balance, die Hamburger Wohnungspolitik in den 80ern in meiner Straße einrichtete (ich schreibe das mal der SPD zu, ohne das genau zu wissen). Drei Jugendstil-Bürgerhäuser, von links nach rechts von Beischlaf-verwöhnten Schauspielern als Eigentum bewohnt, von mir und meinen Nachbarn als normale Mietwohnung und nebenan Mietpreis-gebundene Sozialwohnungen. Ein toller Mix, von außen nicht zu unterscheiden, wenn der eine seiner Sucht fröhnend, zehnmal am Tag zum Automaten rennt und der andere mit Bierpulle aufm Balkon der seinen nachgeht.

Das ist vielleicht traurig und passt in kein Prospekt, aber lebendig ist es und mir gefällts. Und das vermisse ich in der Hafencity völlig, in weiten Teilen der Schanze und der Hamburger Innenstadt schon lange. Das Recht auf Stadt ist eigentlich eine Pflicht, die unserer Vertreter in den Zirkeln, die sie Parteien nennen. Widerstand dagegen ebenso.

Weltkulturerbe

Ted Gaier (* 1964 in Stuttgart) ist ein deutscher Musiker, Regisseur und Darsteller. Er lebt in Hamburg. Ted Gaier ist Gründungsmitglied und bis heute Texter, Bassist, Gitarrist und Keyboarder der Goldenen Zitronen, einer Hamburger Band.


29
Sep 09

Kontra IKEA in Altona erwirkt Planungsstopp

Kontra IKEA Altona Button“Die weitere Bearbeitung der von IKEA eingereichten Bauvoranfrage und die Bearbeitung der sanierungsrechtlichen Genehmigung für den beabsichtigten Bau unterliegen somit ab sofort dieser Sperrwirkung.”

Es ist ein kleiner Achtungserfolg, dass die Gegner der geplanten Ansiedlung eines IKEA Altona den Bauvorantrag stoppen konnten, bevor er zuende bearbeitet worden war. Anders gedacht, war das anscheinend schon vom Altonaer Bezirk.

Wie Altona.info meldet, darf “nach der Abgabe von einem Drittel der für das Zustandekommen des Bürgerbegehrens erforderlichen Unterschriften (ca. 1.850 gültige Unterschriften) darf für mindestens drei Monate – hier bis zum 29. Dezember 2009 – nach § 32 des Bezirksverwaltungsgesetzes eine dem Bürgerbegehren entgegenstehende Entscheidung durch die Bezirksorgane nicht mehr getroffen und mit dem Vollzug einer solchen Entscheidung nicht begonnen werden”.

Eine der Unterschriften war von mir, abgegeben vor unserem Wahllokal, zusammen mit mehreren meiner Nachbarn. Die übrigens alle, wie ich, nicht gegen IKEA sind, sondern sich gegen die Art und Weise wehren, wie der Bezirk und IKEA uns Bürgern keine Wahl lassen, als dagegen zu sein. Feiglinge, allesamt.


17
Sep 09

IKEA Altona: “Dieser Stadtteil ist dem Niedergang geweiht” #GAL

kill-billy-kein-IKEA-in AltonaEs war eine merkwürdige Mischung aus Ignoranz, Inkompetenz und stiller Übereinkunft, die am Ende noch unentschlossene Altonaer zu Gegnern, der IKEA-Ansiedlung in der Neuen Großen Bergstraße machte.

So wie mich. Continue reading →


10
Sep 09

IKEA macht Altona blau-gelb

Ikea-Altona

Ich möchte nicht, dass IKEA seine Corporate Identity über Altona stülpt.
Ich möchte, dass sich das schwedische Möbelhaus den kulturellen Anforderungen der Altonaer anpasst.

IKEA möchte das nicht.
Dann möchte ich IKEA nicht.

Frappant erhalten – “Recht auf Stadt” gilt auch hier. Continue reading →