Berlin – Die Arbeitsministerin mag das Wort nicht. Ursula von der Leyen möchte “Hartz IV” gerne aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verbannen. Den Begriff hält sie für unvorteilhaft besetzt. Deshalb sei es “absolut wünschenswert, dass auf die Dauer das Wort ‘Hartz IV’ verschwindet”, sagte sie der “Welt”.
So langsam kann man da eine langfristige Idee erkennen bei der Ursula von der Leyen. Schönmachen als Selbstzweck. Das funktioniert putzigerweise mit Kinderpornos genauso gut, wie mit Langzeitarbeitslosen, Armen und Faulenzern. Hauptsache wir, die mit Sozialversichungspflicht und souveräne Primaten, müssen das Elend am Ende der Nahrungskette nicht sehen müssen.
Vor die Pornos stellt man ein STOP-Schild – vor die Freiheit dann später auch, aber das sagt man nicht so laut. Überhaupt, wer will schon frei sein, wenn er sich nicht mal gegen eine lebenslange Steuernummer wehrt? Eben.
Vor die Armen und Renitenten stellt man die Schönheit der Fürsorge. Umbeschreibt dieses technokratische Monster “Hartz 4″, das einen gleichzeitig an staatliche Willkür und wahre Veruntreuung erinnert, mit einem schöneren Begriff. Sowas, wie “Chancen-Soli” oder “von der Liebe”. Diese Begriffe duften nach Vernel und Sonnenaufgang – hilft auch nicht mehr, aber klingt wohliger. Wünsche mir ja schon lange so tolle Life-Boxen, wie die, um die sich die Haitianer gerade prügeln, für Hartz4-ler. Dann hätten wir das mit den Obdachlosen auch gelöst.
Foto: (cc) by-nc http://ring.de, Wahlplakat zur Bundestagswahl 2009, Hamburg-Altona

