Posts Tagged: Forum


29
Apr 08

Wem gehört der Fußball?

warnunk

Manchmal sieht man Konflikte kommen, und ist doch überrascht, wenn sie plötzlich da sind. Vor allem, wenn sie durch Medien “beschleunigt” werden. Vor einiger Zeit habe ich geunkt, dass spätestens zur EM 2008 die Frage zu diskutieren sei, ob der Fan 2.0, der da aus dem Stadion twittert, flickrt, casted oder bloggt, sich strafbar macht oder ob er sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ausübt.

Nun diskutieren wir über mich, meine 1000Mikes-Handy-Übertragung, den FC St. Pauli, die DFL, den Begriff Rundfunk und die Meinungsfreiheit. Besonders wohl fühle ich mich nicht dabei.
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29
Jan 08

Alle gegen den Millerntaler

Nein, er hat es nicht leicht. Er ist einfach nicht erwünscht. Der Millerntaler, der neue Biergroschen am Millerntor.

Im Blog “The hell of St. Pauli” wurde ein offener Brief an die Vereinsführung veröffentlicht, dem sich alle wichtigen, und vor allem sehr viele, Fanorganisationen anschließen.

Dieses Vorhaben stößt in weiten Teilen der Fanszene des FC St. Pauli auf großes Unverständnis, da die Einführung dieser Stadionwährung für den Stadionbesucher keinerlei nennenswerte Vorteile hat

Ein Auszug der Unterzeichnenden:
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24
Jan 08

Millerntaler, Du kleine Stadionwurst

millerntaler

Ich werde daraus nicht schlau und je länger diese Diskussion um den Millerntaler dauert, desto weniger mag ich ihn.
Er tut nämlich genau das, was gute Promoaktionen nicht machen dürfen: er limitiert und schränkt ein.

Abgesehen davon, ob ursprünglich geplant war, die Fans am Millerntor zu ihrem Glück zu zwingen (was ja bekanntlich immer nach hinten losgeht), also nur noch den Millerntaler an den Bier- und Wurstständen anzunehmen, ist die jetzt, zuletzt in der Mopo, kommunizierte Lösung auch nicht viel besser: Einige Stände nehmen demnach EURO, andere *nur* Millerntaler.

Die Stände am Millerntor werden mit der Einführung des Millerntalers aufgeteilt. An den meisten Wurst- und Bierbuden werden die St. Pauli-Anhänger zunächst noch mit Bargeld bezahlen können.

So ein Humbug!

Einzige Rettung für das angeschlagene Projekt:
- duales Kassieren an allen Ständen
- Kommunikation als reines Sammlerstück – mehr ist er nämlich nicht – und merke: wer am Millerntor mit Effizienz argumentiert, hat schon verloren. Das solltest Du, Cornelius, eigentlich wissen.
- Einrichten einer Tauschbörse/Spendenbörse für nicht genutzte Taler
- Unterstützen eines St. Pauli Projektes. Wie ich höre braucht Benny’s Projekt Viva Con Agua gerade wieder eine Spritze.
- Verankerung im Stadtteil. Bspw. durch Förderung der Mittagessen für Schüler der Gesamtschule St. Pauli, da hakt es seit Jahren dank Herrn Hartz und seiner Armutsgrenze.


22
Jan 08

Millerntaler

Ehrlich, ich verstehe die Aufregung nicht.
Ja, der Millerntaler ist ein Promogag, nahe läge, dass er vom Pokersponsor unseres Vereins, pokerroom.tv unterstützt wird.(ist das eigentlich so?). Wird er aber wohl nicht, sondern vom Caterer aus Flensburg.

Habe die Flyer auch gesehen an diesem schönen Sonnabend am Milerntor.
Und?

Grundregel einer Promoaktion ist, dass sie uninteressierte nicht behindert, interessierte Fans anspricht. Mal witzig, mal unterschwellig, mal in Form von Jetons, die man sammeln und einlösen kann. Ich kann daran nichts Schlimmes entdecken.

Sicher, es muss weiterhin auch mit Euro bezahlbar sein (siehe Regel 1 ;), aber das scheint ja gewährleistet zu sein.
Selbstverständlich könnt ihr auch weiterhin das Bier und die Wurst bzw. das Fischbrötchen an den Verkaufsständen im Millerntor-Stadion in Euro bezahlen.

Update: Genervt sind die Paulianer wohl in erster Linie von der Art der Kommunikation. Bei der anscheinend angedachten Poker-Dauerkarte müsste man das wohl offensiver besprechen, um ins Feld schießende Paranoia abzufangen, und davon haben wir ja ne Menge am Millerntor – übrigens aus schlechter Erfahrung, dass hat zuerst mal nix mit dem Sponsor zu tun.

Update II: Einen Bierboykott halte ich aus zwei Gründen für eine eigenwillig doofe Idee. Erstens ist das gerade der Bereich in dem der Verein am reellsten am Umsatz beteiligt wird, anders als bei den Merchandising-Einnahmen. Zweitens ist ohne Bier das schönste Spiel nur halb so schön.

Weitere Infos:
Basisstpauli Forum
Offizielle FAQ zum Millerntaler


15
Jan 08

Ford, Ford, Foohord

Ford Mustang

Manche Reaktionen in Konzernen sind ihrer Organisation geschuldet. Das ist manchmal bitter, vor allem, wenn man sich auf anderer Seite bemüht, die neuen Formen der Werbung und PR sinnvoll zu nutzen.

So gerät es zur schwer nachvollziehbaren Posse, dass Ford einerseits die Fotos seines Mustangs via Flickr mithilfe einer CC-Lizenz frei bearbeitbar macht, andererseits einen Fanclub, also die wertvollsten Markenabgesandten die es gibt, anmahnt keine Fotos *ihrer* Ford Mustangs zu veröffentlichen.

Die Mitglieder des “Black Mustang Clubs” lieben ihre Autos – so fest, dass die Community bereits seit mehreren Jahren einen Kalender publiziert, worauf jeweils zwölf Mitglieder stolz “ihren” Ford Mustang zeigen. Dieses Jahr stoppte der Autohersteller die Fans jedoch mit der Begründung, dass Ford die Urheberrechte an allen Fotos besitze, schliesslich seien darauf Automobile von Ford abgelichtet.

Das ist natürlich ein schlimmer Widerspruch. Aber einer, der in Zeiten des Bloggens nicht unbemerkt bleibt, und deswegen wie ein kleiner Boomerang an die kommunikativen Wälle des Unternehmens zurückschlägt.

update: Was wohl ziemlich schnell passiert ist, das Aufschlagen des Protestes auf die Ford-Unternehmenswälle. Inzwischen hat Ford den Mustangfans die Erlaubnis zum Druck ihres Kalenders erteilt.

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage zu klären: “Wer zum Henker kauft einen Ford-Kalender?”

-via


10
Jan 08

Jedermann ist Observierer

Die Vorratsdatenspeicherung ist unter Bloggern sehr beliebt. Ich kenne zumindest keinen, der nicht ab und an mal einen Blick in seine Logfiles wirft, sei es live oder in Form einer gemütlichen Stunde mit Google Analytics.

Gerade letztens erschrak ich, doch Wissender in diesen Dingen eigentlich, als ein bloggender Freund mir per Skype bestätigte, dass ich gerade seinen Artikel las. Huch!

In diesem Zusammenhang lese ich gerade das Interview in DIE ZEIT mit Bernd Flessner:

ZEIT online: Bedeutet das nicht das Ende der Demokratie?

Flessner: Es ist auf jeden Fall einer ihrer vielen Totengräber. Demokratie wird zu einem Auslaufmodell. Und diejenigen, die eine solche Obersvosphäre schaffen, arbeiten an ihrem Untergang mit. Egal, wie sie das begründen, ob durch die Jagd auf Terroristen, aus Neugier (Ergänzung des Autors) oder damit, dass unser Leben dadurch so viel bequemer wird.

ZEIT online: Ist das nicht traurig?

Flessner: Ja.