Auf dem Rückweg aus Berlin saßen wir ICE-Passagiere in einem alten Luxuszug des Metropolitan, der einst zwischen Hamburg und Köln in einem Expressdienst auf solventen Kundenfang ging. Das ging gehörig daneben, die Manager flogen lieber. In den 90er Jahren hat man mit der Bahn auch noch nicht solche Winter erlebt, was nicht an den Temperaturen liegt sondern am Schlankheitswahn der Bahn.
So das Fazit eines Gespräches, das ich vor zwei Wochen mit einem alten Bahner führte. “Wenn es kalt wird und eng, dann kommt es nicht nur auf die Technik an, sondern auf deine Reserven”, hatte mein Gegenüber durchaus plausibel den Vergleich zum Sport gezogen, “früher hatten wir in Altona immer noch mindestens eine Lok und einen Lokführer in Reserve – heute fährt die Bahn just in time”
Eigentlich schade – ich bin ja bekennend gerne Bahnfahrer – denn mit Zuverlässigkeit im Winter, einer modernen Klima-PR und mit Reserven für eine Schlussoffensive hätte die Bahn dieses Jahr für einen Frühlings-haften Aufschwung auch auf Strecken sorgen können, auf denen der Metropolitan keine Chance hatte.





