Format-Prinzipien für eine Blogzeitung

“Zwei doofe, ein Gedanke”

Vor reichlich zwei Jahren saß ich mit alten Redaktionskollegen zusammen, leider immer noch Nicht-Bloggern, und besprach ein Konzept für ein Blogs übergreifendes Format, das wir 1996 schon mal hatten, nur das Wort Blogs gab es damals noch nicht. Im wesentlichen war dieses Gespräch der Anstoss zu blogfrei, einem Bloggernetzwerk, das immerhin zu so schönen Blogs, wie Momos Metalust und Noahs Blog geführt hat. Eine geplante Entwicklung gab es da nicht.

Zum einen, weil mir schlicht die Zeit fehlte. Zum anderen, weil Blogger und Blogs, eben wegen ihrer Persönlichkeit in Person, Schrift und Stil nicht so einfach zu aggregieren oder “redaktionell” zusammenzubringen sind. Das weiss jeder, der schon mal bei einem Gruppenblog, wie bspw. shifting reality mitgeschrieben hat.

Letztlich sind die Readers Edition, der Spreeblick Verlag, sowie Blogbote und Adical Versuche auf diesem Weg, über den seit Auftauchen eines redaktionellen Bloghubs namens The Issue, wieder diskutiert wird.

Ich möchte die Ideen bei Cem zum Anlass nehmen, ein paar Format-Prinzipien für ein solches Unterfangen zu skizzieren. Interesse an einem solchen Projekt habe ich nämlich immer noch.

Grundsätzlich gilt: Entweder sind die Blogger sich sehr ähnlich, oder sehr verschieden. Alles dazwischen funktioniert nicht.

Eine/r muss der Chef sein:
Ohne Chefredaktion geht es imho nicht. Will man nicht nur als Vermarkter oder loser Haufen gemeinsam auftreten ist die Steuerung durch eine Chefredaktion Pflicht. Irgendjemand muss ja auch die Verantwortung übernehmen. Ein Rotationsprinzip, wie es das ja ungewollt schon bei der blogbar gab, wäre interessant. Pro Monat rotieren die Blogger in der Chefredaktion, geben ihre Themen vor, setzen Schwerpunkte.

Der Stil:
Der eine schreibt kurz und polemisch, der andere akademisch korrekt, wieder andere sterbenslangweilig aber fundiert, Prosa, Informationen oder Gefühle. Die Bandbreite in Blogs ist so breit, wie menschliche Ausdruckskraft überhaupt. Unendlich.
Ein einheitlicher Stil kann eine starke Klammer sein, die unbewusst wahrgenommen wird. Ist aber schwierig.
Vor allem muss vor Aufnahme weiterer Blogger und vor Start des Projektes dieser Punkt die Auswahl der Blogs bestimmen. Pflichtübung, wenn der Digest auch nur den Hauch von literarischem Anspruch hat.

Das Thema:
Sind die Stile zu verschieden, oder einfach nicht stark genug, dann muss der inhaltliche Zusammenhalt über das Thema kommen. Und bitte keinen Blogdigest übers Bloggen, über Wordpress Themes und digg-Geek-Themen. Die gibt es alle schon. Was es noch nicht gibt:
- regionale Blogdigests für Hamburg, seinen Vorort Berlin oder das Ruhrgebiet (Das Blog “HH vs. Berlin” ist ein starkes Format und ja auch nicht umsonst inoffizielles Blog des Jahres 2007! ;)).
- thematische Blogzeitungen übers Segeln, Fischen, Rauchen oder Fahradfahren
- zeitlich begrenzte Blogdigests für Die Hamburg-Wahl 2008 oder die EM

Eine formale Hülle könnte das von Cem durchgeprobte Startup-Weekend bieten.
Wie gehts jetzt weiter?

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6 comments

  1. Sehr interessant. Aber ich kann erst morgen darauf eingehen, da ich raus muss…

  2. Nema Problema. Draussen ists auch am Schönsten.

  3. Ich mach dann zusammen mit http://hauptstadtblog.de/ die Hamburg-Berlin Seite.

    Falls es da Seiten geben sollte.

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