Ich habe mich schon oft über die merkwürdige Sprache geärgert, wenn es um Nutzer geht, die via Google SERPs oder – noch schlimmer – über Google-Anzeigen zu einem kommen. Von Nutzern zweiter Klasse ist da manchmal die Rede, zumindest ist das dem Tonfall und der geekelten Körperhaltung vieler Diskutanten anzusehen, dass sie das zumindest meinen, wenn sie von “echten Lesern” reden.
Dazu fällt mir heute dieses Statement von welt online Macher Robert Bosch auf. Und ich bin entsetzt – ;) – denn ich bin seiner Meinung:
Was ärgert Sie an der Diskussion um den “Welt”-Erfolg am meisten?
Dass viele Leute SEM von SEO nicht auseinander halten können. … Dazu ärgert mich noch, dass SEM-Traffic nicht so viel Wert sein soll wie normaler Traffic. Das Gegenteil ist der Fall: Traffic aus Suchmaschinen-Marketing ist zum Teil sogar wertvoller. Zumindest, wenn ich das richtige Suchwort belege. Ein Beispiel: Wenn ich “Detroit Motorshow” belege und der Nutzer findet dann einen Artikel dazu inklusive Galerie und Messe-Highlights, dann sind alle glücklich. Der Nutzer hat seine gewünschten Informationen gefunden. Die Seite hat einen Besucher mehr. Und unsere Werbekunden erreichen exakt ihre Zielgruppe.
nebenbei: Zum Thema “echte Leser”
update: Ja, es kommt vor, dass Blogger Beiträge “nur” wegen Google posten. Oder wie welt.de-Autoren ihre Headlines dem Inhalt optimiert anpassen. Oft ist es aber so, dass (meist zweideutige) Formulierungen, der polemischen Politur des Artikels geschuldet, Google Nutzer auf das Blog locken, die tatsächlich dann *nicht* das finden, was sie suchen (bspw. “Schablonen für Intimrasuren” oder Infos über “nackt segeln”). Und nein, das ist hier nicht gemeint.
