Es gibt Geschichten, die müssen sich erzählen. Und weil sich solche Märchen immer gegen den Lauf der Zeit andeuten, erschien mir der erste Hinweis darauf bereits gestern Mittag.
Ich saß mit Willi beim Essen, als wir auf das Viertelfinale am Abend zwischen der Türkei und Kroatien zu sprechen kamen, diskutierten unsere Tipps und die Chancen der Türken, gegen die Spielzerstörer von der Adria. Volcans Sperre wertete ich dann als eines der großen Hindernisse, das neben Servets Ausfall dann auch fast den Türken zum Verhängnis wurde. Willi erzählte mir von Rüstü und erinnerte mich an seine fantastische Leistung bei der WM 2002. “Das ist doch genug Voraussetzung für eine schöne Fußball-Geschichte. Eine bei der Rüstü im Mittelpunkt steht und nicht Volcan”, sagte er dann noch.
Ich hatte unser Gespräch fast vergessen, wahrscheinlich selbst wenn ich mich erinnert hätte, keinen Glauben daran gehabt, dass eben Rüstü zum Helden dieses Wahnsinns-Spiels würde.
Der Rest ist Geschichte, eine die wir linear wahrnehmen. Komprimiert auf eine Viertelstunde in der Rüstü die Türken aus dem Turnier patzt, wieder hinein flankt und nur durch seine Anwesenheit Bälle am Tor vorbei wünschen kann. Begonnen hat sie beim dritten, dem ersten gehaltenen Elfer und sich wie ein Märchen nach vorne gearbeitet, über das schöne Tor von Ivan Klasnic, bis zu unserem Mittagessen auf St. Pauli.


Das Hamburger Abendblatt nennt die Türken dann heute auch “die Unverlierbaren”. Nach der Headline “Schweini gehabt” werde ich noch zum Fan seiner Sportredaktion, wenn das so weiter geht ;)
ät Tb&E das wünsche ich mir auch.