Wenn es nach dem HHer Abendblatt geht, dann ist die Ära Borger am Millerntor bereits Geschichte.
Mit niedlicher Prosa rücken “die HSVer”, wie meine Mittagsgesellschaft die Abendblatt-Redakteure gestern nannte, das “Riesenbaby” in Position.
Mit zusammengekniffenen Augen fixiert er den Schützen, dann folgt die Flugeinlage. Benedikt Pliquett streckt seine 199 Zentimeter Körpergröße durch und lenkt den hart getretenen Ball am Tor vorbei. Voller Einsatz, höchste Konzentration. Ein Torwart kämpft um seine Chance.
Was ja auch recht und billig ist, dass Pliquett das tut. Muss ja auch gestehen, dass ich am Sonntag ähnlich platt war, wie alle anderen auch, über die Patzer von Borger, da im Paulitor. Also, was tun?
Natürlich kann man einen Keeper in der Formkrise austauschen. Soll ja manchmal helfen, wenn man sich bspw. Wolfsburg anschaut. Aber sind wir Wolfsburger? Asoziale Wolfsburger?
Das eigentlich traurige sind die Schmunzeleien von Schnitzler und Co. da auf der Bank, wenn das Abendblatt hier richtig hingeschaut hat. Sicher, beim 1:1 konnten die restlichen Jungs in Braun nicht ahnen, dass sie kläglich versagen sollten den Patzer ihres Paddys wieder auszubügeln. Dennoch, die Niederlage in Paderborn war eine gemeinsame, eine Mannschaftsleistung.
Als Borger, der weiter schweigt, in Paderborn vor dem ersten Gegentor ein Kullerball durch die Beine rollte, konnten sich die Kollegen Rene Schnitzler und Ralph Gunesch auf der Auswechselbank ein Lachen nicht verkneifen. Auf dem Feld winkten Mitspieler ab und schüttelten den Kopf. Teamgeist sieht anders aus. “Die Spieler sagen, dass es schwer ist zu gewinnen, wenn sich hinten einer die Dinger reinschmeißt”, hat auch Stanislawski die Stimmungslage ausgelotet.
Gerade deswegen, und weil ich mich noch gut an Spiele erinnern kann, wie die magischen Unentschieden gegen 1860 und Fürth, in denen Paddy wenigstens den einen Punkt festgehalten hat, als die Abwehr und das defensive Mittelfeld wieder einmal die Grütze in der Hose und die Ordnung im Spiel an den Schiri abgegeben hatten, muss man hier zusammenrücken.
Dann müsst ihr Kerle mit den perlnuttigen Rennautos mal zwei mehr schiessen da vorne und euch gegenstemmend gegen eine solche Niederlage, die Lunge rausverteidigen. Nix da Austauschen den Mann. Hier halten wir gemeinsam die Liga oder gar nicht. Basta!
Wie schrieb Daniela so schön:
Ausser ihrem Torwartproblem war da noch
-ihr Abwehrproblem
-ihr Stellungsproblem
-ihr Chancenverwertungsproblem
-ihr Sturmproblem
-ihr mentales Problem
hoffen wir, dass kein Solidaritätsproblem dazukommt.
Zitate: HA von heute.
Tags: 2. Bundesliga, Borger, FC St. Pauli, FCSP, Paddy, Patrik Borger, Pliquett, Torwart, Torwartfrage

Ich lese gerade, dass wir das mit Borger ähnlich sehen. Austauschen jetzt wäre der falsche Zeitpunkt. Er wird sich (und es damit uns) am Sonntag als richtige Entscheidung beweisen.
Hauptsache der schlimme Schnitzler bleibt auf der Bank für das doofe Grinsen!
Also Paddi und das Kommando “Boys and Eve” könnte ja mal team builden gehen auf der Bank.
Nee, nee. Das ist genau das falsche Zeichen. Da fangen doch einige gleich an sich aus der Verantwortung zu verpissen, wenn wir das einreissen lassen.
Alle, die in Paderborn versagt haben, auf den Platz.
Zur Strafe siegen!
Mit etwas Abstand zu diesem grausamen Event sehe ich die Problematik unveraendert. Eigentlich noch eins drauf: sollte das mit dem Grinsen, dem Haemen und Witzeln tatsaechlich so gewesen sein -und ich gehe fast davon aus- sollte der Trainer sie Dreck fressen lassen, bis sie brechen und die Lunge ausserhalb klebt, nach guter alter Drill Sergeant Manier.
Borger hat gepatzt, das streitet wohl keiner ab, aber es soll ja Keeper geben, deren Mannschaft so bombensicher in der Abwehr ist, dass sie wenig zu tun haben. Haette Borger so eine Mannschaft vor sich, haette er auch mal Zeit, an seinem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Aber so ist er ja fst ununterbrochen damit beschaeftigt, die Resonanzen auf die verpatzten Chancen des Sturms (oder des lauen Lueftchens) nach vorne ins Gesicht geklatscht zu kriegen.
Ja, Erik, ich sehe das auch als eine geschlossene Mannschaftsleistung. Da ist Stani gefragt. Da brauchts einen Motivator. Auch wenns mal weh tut. Aber das sind ja auch keine Maedchen, sondern gut bezahlte Profi-Fussballer, das muss drin sein.
So.
Und im Uebrigen habe ich beschlossen, nicht am Sonntag die Flucht vor dem Webradio zu ergreifen, sondern es wieder mal durchzustehen. Das ist St. Pauli. *seufz
Ich brülle dann den Linienrichter und den alten Nörgler vor mir nieder. Dann klappt das schon. ;)
@eh (host)
1. April 2008 um 13:52
Nee, ich wollte eigentlich Borger neben die lustigen Grinser und Lacher auf der Bank setzen.
@eh (host)
1. April 2008 um 17:55
Haupttribüne? Wenn wir den Linienvogel an der GG anbrüllen, sieht er auch nicht besser hin.
Zu Freiburg:
“Tja, dann siegt man schön meine brauen Freunde!” (
(Marcel Unreif)
@Le Roi: Ja Ja, ich werde alt. Früher stand ich immer am Kreuz in der Gegengeraden. Seit zwei Jahren tingel ich da hin, wo ich eine Karte kriege. #desperate seeking for dauerkarte ;)
Übrigens ist es auf der Haupttribüne ganz schön, wenn man mal von dem Spielerfrauengedöns und dem Sponsorenpack absieht, die immer erst nach dem Wiederanpfiff mit zuviel Freibier in der Hand sich den Weg bahnen und fragen, wer denn der nette Schwarze da sei, der könne ja mal wirklich Fußball spielen und niedlich sei der auch (grr). Das ist wirklich schwer zu ertragen. Dafür trifft man aber noch viele alte Paulianer, die schon Paulifans waren, als ich noch braun/weiss untenrum … und an der Hafenstraße die zwei morgendlichen Schnaps vor der Schicht das höchste an Revolution waren …
Außerdem treffe ich immer mehr von meinen alten Paulibekanntschaften, die ihren vierzig Jahre alten Mors aber immer noch regelmäßig zum Weltkulturerbe schleppen, inzwischen aber von Gegenüber zuschauen.
Soviel dazu, mein Lieber ;)
Nur, weil wir bei TBA&E auch drüber nachdenken dahin zu wandern. Ich kenn den Blick ja, das ist schön. Nur 6 zusammenhängende Plätze dort zu kriegen, ist vermutlich schwierig. Da muss schon was aus’m Flugzeug fallen und dort 6 Leute treffen – und das wollen wir ja auch nicht.
Ich glaube ja, das ist so einfach, wie lange nicht, denn die Spaßvögel (meine jetzt mal die Sponsoren ;) sind ja alle in den Süden abgewandert.
Von der HT in den Süden? Wir sind ja auf der GG und denken über Migration nach. Aber auch nicht lange. Jetzt denke ich über drei Punkte nach.
Ja das wäre fein. Drei Punkte für die Magie.