stern.de // Kritik am unverlinkten Wort

Als die stern blogs online gingen war ich skeptisch aber freudig erwartend. Der stern ist IMHO das Gesellschaftsmagazin mit dem höchsten ‘Blogfaktor’ – Boulevardesk genug, um sich dem trivialen Niveau in Blogs unproblematisch anpassen zu können – inhaltlich so interessant und fundiert, dass man ihn eher wieder lesen möchte. RSS-Kandidat.

Nach nunmehr einem halben Jahr online sind viele der so ‘engagiert’ gestarteten Blogs verwaist. Journalisten, die zum bloggen gebeten werden, schreiben eben ungern … bloggen ungern, aber wer ungern bloggt, bloggt schlecht. So einfach. Leider.

Unter den Blogs, die seit Anfang dieses Jahres gar keinen Laut mehr von sich geben gehört auch das Blog von Dirk Lietdke, den ich noch von TV Today-Zeiten kenne und von dessen Blog ich mir einiges versprochen habe. Dirk hat in Sachen online-TV, Digitales Fernsehen, Gadgets und Co. alles gesehen, was es zu sehen gibt. Die ersten Beiträge waren vielversprechend. Dirk, was ist da los?

Herr Kruse, gibt es im Ressort „Politik & Gesellschaft“ nichts zu sagen? Folgen Sie da unserer ewig lächelnden Kanzlerin oder sind sie zu vornehm?

Spiele. Spiele. Der Mann soll über Gaming bloggen und will stattdessen Münchnern erklären, wie sie den Wechsel der Fahrtrichtung anzeigen sollen. Ohne eigenen Verstoss gegen die StVO und ein Nokia N90 geht das aber in Blogs nicht, ohne sterbenslangweilig zu sein. Mensch! – Da dreht die ganze Gamingindustrie am Rad zur CeBit und der Mann bloggt über Münchner, ich fass es nicht.

Ach, und hat euch jemand das Verlinken verboten, oder was? In den meisten Blogbeiträgen findet sich maximal ein Link. Zu wenig. (“Link Link Link”, David Weinbergers blogging rulez)

Nach der ganzen Kritik auch ein Lob. Für dieses Posting: Arsch frisst Hose bei Versace
Elke Reinhold hats verstanden. Nur Verlinken muss sie nun noch lernen.

Da hoffe ich weiter, ebenso wie Thomas Knüwer (via)

… ich frage mich trotzdem, warum es ständig Deja-vus gibt in Sachen bloggende Journalisten. Die Stern-Blogs lesen sich wie vorher die von der Süddeutschen wie die vom Tagesspiegel wie die von der Zeit.

Es erfordert keine aufwändige Recherche, festzustellen, dass Blogs meist ein wenig anders klingen als gedruckte Produkte. Sollte das nicht zu denken geben? Mir scheint, die Kollegen setzen sich zu wenig mit der neuen Publikationsform auseinander. Schade.

Ich träume aber weiter von Blog-Zickereien und -Debatten über Redaktionen hinweg. Irgendwann wirds klappen…

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2 comments

  1. … das scheint in der Natur des gemeinen Journalisten zu liegen, – broadcast — keine Unterhaltung.

  2. Will Web2.0 remove Restrictions on the Freedom of Speech?

    When David Weinberger was in Hamburg last week, he chided the narcissism of the MSM. They don’t provide links or only such which link back into their own sites. A few days ago, when I found a news item on Microsoft’s Step User Interface, I had th…