Ich war ja bekanntlich gestern nicht am Millerntor, sondern abgesondert vom Rest der digitalen und magischen Welt im Wald unterwegs. Umso mehr habe ich mich über den feinen Spielbericht des grünen Pauli-Urgesteins Hansi gefreut:
»Moin Piraten, …«
… neun Punkte innerhalb von neun Tagen ist schon der Superbingo.
Jetzt sind wir Vierter, Punktgleich mit Freiburg und wenn die Löwen morgen auf dem Betzenberg nicht außergewöhnliches leisten, werden wir das bis zum Spiel in Freiburg bleiben.
Man mag ja gar nicht an das Undenkbare denken. Nicht das Tabuthema, sondern dass wir sogar Freiburg hinter uns lassen könnten. Aber Schluss mit der Träumerei.
Es war wieder mal eine Menge Dusel bei diesem Sieg. Wenn unsere Abwehr heute nicht hellwach gewesen wäre, hätten wir uns über ein/zwei Tore bereits in der ersten Viertelstunde nicht
beschweren dürfen. Anstatt wie sonst gleich zu Anfang Druck zu machen, mussten wir uns der Übermacht der Nürnberger erwehren, was uns allerdings sehr gut gelungen ist. Vor allem Carsten Rothenbach und Jan-Phillip Kalla haben da hervorragendes geleistet.
Ich hatte den Eindruck, dass sich die Jungs jetzt endlich gefunden haben, denn auch in der Mitte ließen Ralle Gunesch und Marcel Eger nichts anbrennen. Und der “Sechser”, Fabian Boll haute auch immer wieder mit Bravour dazwischen und versuchte dann auch noch das Spiel nach vorne zu bringen, was jedoch meistens nur bis zum Nürnberger Sechzehner hinhaute. Nach dem ersten Sturmlauf des Clubs kamen wir etwas besser zurecht, waren aber zunächst auch nicht sehr gefährlich. Alles ging viel zu zögerlich nach vorne und bis auf ein/zwei Freistöße kam nicht viel dabei raus. Das einzige Highlight war, als Alex Ludwig plötzlich mitten in einer Werbebande zu sitzen kam.
Ein Bild, was man sicherlich noch öfter zu sehen bekommt. (Eine Anspielung, die ich nicht verstanden habe, Anm. d. Red.)
Aufregend wurde es vor der Pause aber doch noch. Erst im Nürnberger Strafraum: Bei Trojans weiter Freistoßhereingabe schien Boll den Ball auf der Torauslinie gerade noch im Spiel gehalten zu haben.
Als die Kugel von Goncalves zu ihm zurückprallte und er sie im Netz unterbrachte, wurde das Tor jedoch zurecht nicht anerkannt. Fabian Boll hatte den Ball vorher von hinter der Torlinie mit dem Kopf wieder in´s Spiel gebracht, was der Linienrichter auch angezeigt hatte.
Knifflig wurde es kurz darauf auch auf der anderen Seite, wo Hain zweimal in höchster Not zur Stelle war. Erst lenkte er Eiglers Kopfball nach Ecke von Kluge gerade noch zur Seite ab, dann rettete er erneut, nachdem Eger den Ball unglücklich aufs eigene Tor zurückgebracht hatte. Dabei schien es so, dass der Ball bereits in der Luft hinter der Torlinie gewesen war, was der andere Linienrichter allerdings
nicht bestätigte. Noch mal Dusel für uns.
Ach ja, mein Freund Alex Ludwig. Heute hatte er mal wieder einen seiner besseren Tage erwischt. Er hat reichlich Dampf gemacht und sogar einige technische Feinheiten gezeigt, die ihm sogar gelungen sind. Er kann´s tatsächlich, zeigt es für mich jedoch zu selten.
Ab der zweiten Halbzeit war der FC St. Pauli dann voll auf der Höhe. Immer wieder ging´s vollzeug nach vorne und die Nürnberger Abwehr kam ziemlich in´s schwimmen. Und dann das Tor von Filip Trojan. Erst läßt er den Rechtsverteidiger Dominik Reinhard ganz alt aussehen, flankt dann scharf und flach nach innen zu Ebbers und dann war plötzlich das Bein von Goncalves dazwischen und der Ball im Tor.
Zu 80% war das Filips Tor, der ohnehin wieder mal eine hervorragende Leistung geboten hat. Ich würde mal gerne seinen Wunderdoktor kennen lernen, der ihn in so kurzer Zeit nach einer schweren Verletzung wieder so fit gemacht hat.
Der Rest ist schnell erzählt. Der FC St. Pauli versuchte das Ergebnis noch zu verbessern, mussten sich allerdings wütend anrennender Nürnberger erwehren, was dann sogar zu einer roten Karte gegen “das Fantom” Marek Mintal führte, der im Übereifer im St. Pauli Strafraum böse gegen Hennings auskeilte, was dann berechtigter Weise als Tätlichkeit geahndet wurde.
1:0 gegen wütende Nürnberger und alles ging nach 270 Minuten Hochleistungsfußball in neun Tagen auf den Brustwarzen nach Hause. Stani hat zwei Tage frei gegeben.
Schiri Gräfe aus Berlin war bestens aufgelegt und seine Entscheidungen hatten alle Hand und Fuß.
Forza FC St. Pauli, Bodo
Life is what happens,
while you´re busy making other plans.
(John Lennon 1940 – 1980)
p.s. Mit freundlicher Genehmigung – und da wundert ihr euch noch, liebe DFL, lieber kicker oder FC St. Pauli.com, dass ich andere Quellen als euch nutze …
Tags: FC St. Pauli, FCSP, heimsieg, Millerntor, Nürnberg


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