Corny Littmanns Klartext

Im Stadion mussten etliche St. Pauli-Fans erkennen, dass im für Gäste vorgesehenen Sitzplatzbereich offensichtlich auch zahlreiche Rostocker Anhänger saßen, darunter auch nicht wenige, die man schon vom äußeren Anschein her der „erlebnisorientierten“ Fraktion zurechnen musste. Im Verlauf des Spiels baten viele unserer Fans darum, in den Stehplatzbereich Gäste gebracht zu werden, da sie mit Bier beworfen wurden und schlicht Angst hatten. Ebenfalls wurde in diesem Bereich das sog. „U-Bahn-Lied“ gesungen.

Das ist nur eine der Ungeheuerlichkeiten, die in dem Brief an die DFL offiziell von Seiten des FC St. Pauli an den DFB angemahnt werden. Ich beobachte sehr sensibel, wie der DFB damit umgeht. Letztlich ist er neben Hansa und die Stadt Rostock dafür verantwortlich, was in ihrer Stadt und bei ihren Veranstaltungen vor sich geht. Auch am Rande!

Und ja, das ist Politik. Das geht uns alle an.

Jetzt noch wirkt der Eindruck vom vergangenen Freitag nach, dass weite Teile des Rostocker Publikums nach wie vor eher von Hass auf den FC St. Pauli und seine Fans getrieben werden denn vom Willen, ihr eigenes Team anzufeuern. Wenn auch noch Rostocker Vereinsoffizielle nach dem Spiel versuchen, die Vorfälle klein zu reden und als „Nebensächlichkeiten“ bezeichnen, kann einem Angst und bange werden.

Wir fordern den DFB, die DFL und den F.C. Hansa Rostock auf, die Ereignisse angemessen aufzuarbeiten und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.

Hamburg, den 30.09.08
FC St. Pauli

Corny Littmann
Präsident

… und mit diesem Brief hat der Mann wieder einmal meine ganze Sympathie erworben. Trotz Millerntaler und genau wie bei der Diskussion um die Anstoßzeiten um 12:30 Uhr am Sonntag ab 2009.

2 comments

  1. Da stimme ich zu. Das sind deutliche Worte. Finde ich ebenfalls gut.

  2. Das sehe ich auch so. Das hat mich irgendwie auch bei der “Interview-Aussage” inspiriert, Du weisst schon.

    OT: Hatte gerade gestern ein Gespräch über den Nichtkommentar von Pagelsdorf. O-Ton: “Wenn der Mann den Mund aufgemacht hätte und mal gesagt, wie unsagbar Scheisse er das findet, was sich da abgespielt hat, wäre er mein Held gewesen. Jetzt ist er in meinen Augen sowas von komplett unten durch.”

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