Googles Abenddämmerung

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Habe eben, bei einem Telefonat mit kat, darüber nachgedacht, ob die große Zeit von Google vorbei sein könnte.

Sieben Indizien bringen mich zu dieser Annahme:

1. Google ist ein multinationaler Konzern. Multinationale Konzerne haben fragmentierende Strukturen, werden irgendwann langsam. Google möchte gern in der Öffentlichkeit den Elan der frühen Uni-Projekt-Jahre hochhalten, ganz gelingt dies aber nicht. Bei der Einführung von Google local in Deutschland hinkt man Web.de und Start-Ups wie Qype hinterher. Mit goYellow hat Google Earth bereits hierzulande einen starken Marktteilnehmer, der eben das obige Segment bespielt.

2. Google ist eine Heuschrecke. Denn multinationale Konzerne sind eben hochgradig Rendite-orientiert, vor allem wenn sie in New York an der Börse sich listen lassen. Spätestens seit der Geschichte mit China, ist das einer breiten Nutzerschaft klar geworden.

3. Der Druck steigt, weiter die Suchergebnisse zu monetarisieren. Vor allem, nachdem der Börsenkurs so viel Vorschusslorbeeren erhalten hat. Diese müssen nun aber erst einmal wieder zurück-verdient werden. Erhöht man den Fokus auf gekaufte Listings (Sponsored Links, Adwords), so riskiert man den „Deal“, der Google groß gemacht hat. „Du darfst meine Inhalte indexieren, wenn du die User, die meine Sache suchen zu mir schickst“. Schickt Google nun die Suchenden zur Konkurrenz, weil die (mehr) bezahlt, ist der “Deal” geplatzt. Urheberrechtsansprüche, wie die der Verlage sind dafür erste Indizien.

4. Googles Suche rules! Eine echte Cash Cow. Leider haben sich die anderen Dienste, wie Google News, Google Video oder Google Maps noch nicht so stark mit Marktmacht aufgeladen, dass sie auch ohne die Suche überleben könnten. Bricht der Marktanteil der Suche zusammen, geht der Rest mit über den Jordan. Diese Monokultur versucht Google mit aller Macht zu beseitigen, braucht dafür aber viel Zeit.

5. Der Google-Markenkern, der damals revolutionäre Suchalgorithmus, ist inzwischen 10 Jahre alt. Monopole sind kein gutes Klima für Innovationen und Weiterentwicklungen. So rührig Google an den Rändern seiner Sphäre agiert (Google Mars), so wenig tut sich im Inneren der Maschine. Das macht schwach.

6. Google führt einen Mehrfronten-Krieg, wie es sich für Organisationen gehört, die die Weltherrschaft anstreben. An allen Seiten nagen Startups, wie Technorati facebook , del.icio.us oder Qype Twitter an den Marktanteilen. Unterstützung finden sie ausgerechnet in Microsoft. Ein mächtiger Angriff auf das Aggregieren von Informationen, der da vorbereitet wird.

7. Netscapes Marktanteil lag 1996 bei 80%

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8 Comments

  1. Posted April 3, 2006 at 17:52 | Permalink

    Gute Gedanken. Ich sehe Gogle aber weiter vorne. Noch lange Zeit.

  2. Posted April 4, 2006 at 10:30 | Permalink

    Wann ist die Google-Ära Geschichte?

    Alle großen Imperien haben einen ähnlichen Lebenszyklus hinter sich – vom kometenhaften Aufstieg, über die Blüzezeit zur Besitzstandswahrung und schliesslich zum unaufhaltsamen Verfall. Warum soll es Google anders gehen als den R&o…

  3. Posted April 4, 2006 at 14:05 | Permalink

    der trackback link funzt nicht :-(

  4. Posted April 4, 2006 at 16:15 | Permalink

    … doch — ich moderiere die Dinger bloß ;)

  5. Posted April 27, 2006 at 18:42 | Permalink

    Echtes Web 2.0 aus deutschen Landen

    Spiegel Online hat sich ja mit seiner Berichterstattung über Blogs und andere Phänomene des sozialen Webs nicht nur mit Ruhm bekleckert. Heute jedoch schwingt das Pendel in die andere Richtung. Christian Stöcker schreibt eine wahre Hymn…

  6. Posted April 27, 2006 at 19:53 | Permalink

    Gute Überlegungen, aber…

    … der Marktanteil von Netscape war 80%, erreichte aber dennoch nur wenige Prozent der Bevölkerung. Ganz anders bei Google. Die Internetnutzung liegt heute bei über 50%. Und ich behaupte 99% diese Leute benutzen regelmäßig Google.
    … bei so einer Markenbekanntheit kann man sich ein wenig hinterher sein schon mal leisten (vgl. deutsche Automobilindustrie), zumal wenn man dann mal locker rechts überholen kann.
    … der China-Deal ist außer ein paar versprengten Bloggern herzlich scheiß egal.
    … die urheberrechtliche Problematik würde alle gleich treffen. Und Google ganz zuletzt. Die sind schwer zu fassen und können sich viel zu lange wehren.
    … Google Suchalgorithmus war schon altbacken, als er auf den Markt kam (zumindest wenn man Jeeves fragt). Er funktioniert, ist nachvollziehbar, schnell und nicht so teuer, wie alles was da kommen mag.
    … Pah! Nagende Startups. Die wollen doch alle nur an Googles Kriegskasse.

  7. Posted April 29, 2006 at 15:16 | Permalink

    @50hz. Auch ne Meinung. Und gar nicht mal die Schlechteste. Vielen Dank für die Mühe.

  8. ...
    Posted August 26, 2006 at 18:14 | Permalink

    google Suche nach “Googles Abenddämmerung” schlägt vor: “Meinten Sie: Goggles Abenddämmerung”, ebenso für googles schwächen

2 Trackbacks

  1. By Ringfahndung Journal v2 Adieu Google » on August 27, 2007 at 22:16

    [...] habe ich einmal Googles Abenddämmerung genannt, und organisatorische Gründe in den Vordergrund gehoben. Nun hat Michael Scobles das Datum [...]

  2. [...] Aufgabe dieser digitalen Heimat ist ein Fehler. Wer weiß wie lange es Facebook noch gibt, oder Google? Ich kann mir das durchaus vorstellen, dass in fünf Jahren die FHM bereits zweimal umgezogen ist. [...]

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