Google kollert: bmw.de wegen SEO-Methoden aus dem Index entfernt

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“Bestrafe einen, erziehe hundert”, hat Mao gesagt.

Zitiert Henryk M. Broder in einem hier diskutierten Artikel den Revolutionsführer aus Fernost.
Nach Berichten in einschlägigen Blogs hat Google dies nun auch mit BMW.de getan. Google bestrafte bmw.de mit Ausschluss aus dem Index. Höchststrafe … und dummes Gehabe.

In ganzseitigen Anzeigen hatte Google in den letzten Wochen Mitarbeiter mit Branchenerfahrung gerade im Bereich ‚Automotive’ gesucht. Anscheinend ist das Geschäft mit diesen Kunden noch ausbaubar, weil schleppend. Da kommt eine solche arrogante Drohgebärde gar nicht gut an.

Selber schuld wird den bayrischen Mobilebauern andernorts entgegnet. Hättet ihr eure Seiten gleich auf Google optimiert, dann wäre das nicht passiert. Wahrscheinlich wird die halbe Blogosphäre nun in Jubel ausbrechen. Endlich wieder ein Großer, der durch Blogs zu Fall gebracht wurde. Aber Vorsicht. Nachdenken.
Überlegen wir doch mal, warum Google dies überhaupt tun kann. Google ist Marktführer, besitzt ein nahezu Monopol auf Information. Das ist an sich schon gefährlich. Gepaart mit Willkür und Arroganz wird das zu einer unheiligen Mischung, die Angst machen muss.


Aber der Reihe nach. BMW hat unter seiner deutschen Domain bmw.de viel Flash und Co. eingesetzt. In einer Kombination, die den blinden und dämlichen Google-Bot außen vor ließ – er konnte einfach nichts erkennen. Um aber dennoch gefunden zu werden, hatte BMW SEOs angeheuert, die „die Inhalte der Seiten für Google übersetzten“.
Ein Verstoss gegen die Regeln, Googles Regeln.

Im Gegensatz zu automobile.de, ist die Listung von bmw.de bei den Stichworten „Gebrauchtwagen“ und „BMW“ aber sinnvoll! Und hier liegt der wesentliche Unterschied zu den SEO-Methoden von automobile.de – Google ist einfach nur zu dumm diese Unterschiede zu erkennen. Oder aber man macht sich nicht die Mühe solche Feinheiten in die Algorithmen einzubauen. Warum auch? Man ist Weltmarktführer im Bereich Information, da kann man die Regeln selbst bestimmen.

Es wird höchste Zeit, dass sich Google hieran verschluckt. Am Liebsten wäre mir ein Kurssturz von 12% am Dienstag, nachdem bekannt wurde, dass alle Automobilhersteller ihre Werbespendings bei Google auf unbestimmte Zeit storniert haben.
Und uns Bloggern rate ich noch einmal dazu, fein zu sortieren, ob wir uns über solche Entwicklungen freuen sollten.

7 comments

  1. nett, endlich eine stimme, die nicht gleich hämisch drauflos poltert. es gibt sicher ne menge seiten die einen rausschmiss eher verdient haetten.

    ich frage mich auch, wieso hier google einen regelverstoss ahndet, quasi als exempel, aber die ganzen pagerank-listen, die automatisch gegen den toolbarserver mit nem reverse engineerten code abfragen, permanent diese regeln brechen dürfen. google macht schon seit jahren den fehler viel zu spät (wenn überhzaupt) auf regelverstösse zu reagieren.

  2. bmw.de ist raus

    das tut weh. nachdem es bmw mit aller macht versucht hat, nun der erfolg:
    bei google rausgeflogen
    also, keine bmw.de-seiten mehr im google-index zu finden, das dürfte denen gar nicht gefallen. vielleicht fangen sie jetzt an, über barrierefre…

  3. Langsam wird die ganze “Google hat ein Quasi-Monopol”-Geschichte unheimlich. Gerade im Internet solten die User entscheiden, was geht und was kommt. Ich hoffe das eine so inovative Firma wie Google die Welt verbessert und nicht einengt. Die würden ja alles umkrempeln für was sie uhrsprünglich standen.

  4. Rausgeflogen

    Die Netzzeitung schreibt: „Die deutsche Webseite des Autoherstellers BMW ist bei der Internet-Suchmaschine Google aus dem Suchindex rausgeflogen. Zur Begründung hieß es, es sei versucht worden, Google-Suchergebnisse zu manipulieren.“ Weiterlesen….

  5. Es stellt sich doch die Frage, ob das privatwirtschaftlich organisierte, unkontrollierte Informationsmonopol an sich nicht schon Willkür und Managerherrlichkeit provozieren müssen.

  6. Marken wie BMW werden nach ein paar Tagen wieder in den Suchindex aufgenommen. Diese Sonderbehandlung gibt’s aber nicht für kleinere Web sites, die — oft ohne dass es dem Seitenbetreiber überhaupt bewusst ist — mit den gleichen nicht ganz regelkonformen Methoden optimiert wurden. Kleine sites werden für mindestens einen Monat ausgesperrt, und in fast allen Fällen wird es sehr viel länger dauern, selbst dann wenn der Regelverstoss gleich nach der Verbannung korrigiert wird. Da hilft nur vorbeugende Wartung …

  7. Stimmt – die Macht von Google ist erschreckende groß.

    Ich selbst versuche meine Seite zu optimieren um in einem Google Ranking möglichst weit nach vorn zu kommmen. Bei einem Produkt das noch auf keinen Markennamen zurückgreifen kann, macht die Platzierung auf Seite eins oder auf Seite drei einen Unterschied wie Tag und Nacht aus.

    Bei BMW könnte man annehmen, dass der Suchende auch in der Lage ist “www.bmw.de” im Adressfeld einzugeben. Somit fällt eine “Strafe” vielleicht nicht ganz so groß aus…