Gesundheitsreform, wir chatten mit Ulla Schmidt …

… bei der ansonsten nur sehr schwer zu ertragenden Sabine Christiansen. Immerhin online, da müssen wir die blonde Moderatorin nicht sehen und der Akzent unserer Gesundheitsministerin verursacht so auch nicht das sonst auftretende Sodbrennen:

Ulla kneift!

Moderator: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist leider verhindert. An ihrer Stelle begrüßen wir jetzt herzlich ihren Pressesprecher, Klaus Vater.

RF: oh, schade. Sie klang auch ein wenig verschnupft.
Ich stelle jetzt meine erste Frage:
“Ich vermisse in der Diskussion immer wieder die Möglichkeiten, bei den Pharmafirmen Rabatte abzuholen. Warum kauft immer noch jeder Einzelne einzelne Medikamente?”


Zuerst kommt Clara:
Clara: Ich bin Beamtin und zurzeit in der gesetzlichen Kasse. Kann oder soll ich mich noch privat versichern?Ich bin schwerbehindert.

Es antwortet der Pressesprecher von Ulla – der Klaus …
Klaus Vater: An IHrer Stalle würde ich mir dies mehr als einmal überlegen. Der Grund: Es kann sein, dass Sie beim Übertritt in die PKV enorme Risikozuschäge bezahlen müssen.

Mein lieber Vater, ich stelle meine Frage noch einmal. Vielleicht hätte Ulla einen Presseattaché nehmen sollen, der das 10-Finger System beherrscht.

RF: Nochmal, wo bleiben die Pharmakonzerne bei der Finanzierung der Solidarität?

… keine Antwort.
Ich hake nach: „Wenn ich als Mitglied einer Einkaufgenossenschaft nicht mehr zwei Packungen Viagra im Jahr bestelle, sondern 500′000, dann ist das erstes Semester BWL und sagt uns der gesunde Menschenverstand, dass das billiger werden muss.“

Dann doch ein interessanter Aspekt zwischendurch:

EX-GF: die Zahl der nicht-krankenversicherten liegt bei mehr als einer Million Bürger. Vornehmlich ehmalige Selbststänfige Unternehmer und Geschät

Klaus Vater: Die Zahl der nicht-krankenversicherten liegt nach der letzten vorliegenden Erhebung bei knapp 200 000 Menschen. Wir schätzen aber, dass die Zahl in den vergangenen zwei Jahren erheblich angestiegen ist. Es gibt eine Schätzung, wonach sie bei etwa 400 000 liegt. Und es ist richtig, dass vorallem Selbständige aus der Krankenversicherung rausgefallen sind, weil sie ihre Prämien nicht mehr zahlen konnten. Es ist der politische Wille der Koalition diesen Menschen ein Rückkehrrecht in ihre Versicherung zu verschaffen.

… wie sie, die Bundesregierung, das machen möchte, verrät Herr Vater dem EX-GF nicht. Merkt hier eigentlich noch jemand, dass wir verarscht werden?

RF: Na gut, dann eben eine andere Frage. Wie hoch ist der Anteil der Bürokratiekosten an einem Euro, der im Gesundheitssystem ausgegeben wird?

… Chatten ist scheiße, wusste ich schon immer.

Immerhin eine Aussage vom heiligen Vater: „Es ist nicht die Absicht der Gesundheitsministerin die private Krankenversiherung abzuschaffen oder den Bestandsschutz zu beschädigen.“ Sehr gut. Nur für wen?

RF: Thema Bürokratie: Vom Patienten zum Hersteller, bspw. eines Asthmasprays, wieviele Institutionen sind beteiligt?

Da fragt noch jemand; Herrentals: Warum keine richtige Reform sowie in andere Länder? Es gibt nachweislich zu viele Krankenkassen und unnötige Administration. Traut sich dan keine mal auszumisten?

Haben die mich rausgeschmissen?

Thema: Gesundheitspoker auf dem Rücken der Patienten?
Zur aktiven Teilnahme am Chat suchen Sie sich bitte einen Namen aus. – meldet das Chatsystem.

Ok. Nochmal von vorne ;)
Hallo?
… Vorbei. Mensch Herr Vater, das üben wir aber noch einmal. Neun Antworten in 30 Minuten. Das klingt nach Gichtanfall.

Klaus Vater: Ich möchte Euch bitten bei all den Diskussionen einen Satz von Kurt Tucholsky nicht zu vergessen: Und wenn die Deutschen nichts mehr haben, bedenken haben sie immer noch.

Die zehnte Antwort war wenigstens kostenneutral, weil Copyrightfrei. Ach und Herr Vater, wo wir gerade bei Tucholsky-Zitaten sind, wie gefällt Ihnen dieses hier:

Warum schreibt zum Beispiel nicht einmal ein alter gebauter Fuchs, dessen Fell das Leben gegerbt hat, was man alles mit dem Menschen nicht tun darf! Wie verletzlich sie sind; wie man sie niemals necken soll; wie man immer so tun muß, als höre man zu (Zuhörenkönnen ist überhaupt die halbe Lebensweisheit) – keiner schreibt einem das auf. Und da machen denn die Leute einen Haufen Dummheiten und wundern sich, daß sie nicht Regierungsrat werden, und wenn sie alt sind und es bei weitem zu spät ist, dann kommen sie langsam hinter den Dreh und halten ihren Kindern lange Vorträge, wie man es machen müsse, um etwas zu erreichen. Und die guten Kinder denken: »Wenn du so klug bist – warum hastn du dann nicht selber …?« und wenden sich ab und hören nicht zu. Sie wissen das nicht, daß vom Zuhören …

Die Zitate in diesem Blogbeitrag sind alle aus dem öffentlichen Chat bei sabine-christiansen.de

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