FDP in Hessen, Deutschland leidet am Stockholm Syndrom

Abmelden nicht vergessenDas angebliche Ende des Neoliberalismus gebiert eine erstarkte FDP. In Hessen und anderswo in Deutschland. Was sich zunächst wie ein Widerspruch anhört ist Ausdruck eines tiefen Traumas.

Deutschland leidet am Stockholm Syndrom.

Gepeinigt von den freien Radikalen des Finanzmarktes, mit der alleinigen Aussicht, für die Überwindung der unverschuldeten Krise, Billionen aus der Bürgermitte in die Finanzwelt zu extrahieren, ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen, ohne Chancen auf Rendite, die dem Risiko dieses sozialen Investments gerecht würde, flüchtet sich der Wähler ausgerechnet in die Arme derer, die mit ihren Deregulierungs-Phantasmen eben diese Krise erst ermöglicht haben.

Das Hamburger Abendblatt rückt via Claus Strunz den Herrn “Dr. Westerwelle” in Position. Guido als Vizekanzler könnte dann elegant vom Vordenker der Geiselnehmer zum vermeintlichen Retter sich transformieren – ohne so stumpf und ohne Ausweg agieren zu müssen, wie Jan Erik „Janne“ Olsson seinerzeit. Die Wirkung, das Trauma sind dasselbe: “Es kann sogar darin münden, dass Täter und Opfer sich ineinander verlieben oder kooperieren.”

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10 comments

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  2. Das Stockholm-Syndrom auf die Hessenwahl zu beziehen, ist ein interessanter Gedanke. Das Dauergrinsen der Geiselnehmer gestern Abend empfand ich unerträglich.

  3. Habe mich mit einem Buch von Philippe Djian ins Bett gelegt. Das konnte ich mir in keinem der möglichen Fälle antun. Das Hessen.

  4. “flüchtet sich der Wähler ausgerechnet in die Arme derer, die mit ihren Deregulierungs-Phantasmen eben diese Krise erst ermöglicht haben.”

    Ich wusste gar nicht, dass die FDP so mächtig sein soll, dass sie den entscheidenden Einfluss auf die internationalen Finanzmärkte ausgeübt hat. Und das auch nur mit “Phantasmen”! Aber die scheinen mir tatsächlich ganz woanders zu liegen…

  5. Moin Rayson,

    schön Dich zu lesen – und ja, da war Polemik am Werk. Dennoch, das Kern-Paradoxon bleibt. Aufzulösen nur dadurch, dass man sich derzeit in der Opposition befindet *und* die große Koalition Regulierung und Maßgaben mit Verstaatlichung verwechselt. Bitter genug.

  6. Bitter ist für mich, dass diese Finanzextraktion auch noch unter diesem Mantelbegriff für alles schlechte allseits verortet wird. Dieser Geiselnehmer ist aber wohl eine ewige Geistergestalt.

  7. @googlehupf nee, ein Dilemma ist das. Weswegen die Menschen in Hessen vollkommen zurecht *nicht* wählen gehen. Da stehen die Verwaltungsorgiasten mit Kurzzeitgedächtnis auf der einen und die selektiven Deregulierer auf der anderen Seite zur Wahl.

    Menschen zu verharzen – fordern minus fördern – auf der einen Bewusstseinsebene und Finanzinstitute erleben auf der anderen, die sich bewusst nicht mehr gegenseitig über den Weg trauen, mit Hunderten Milliarden schlechter Medizin im Bauch, aus der schwindenden Schicht der Steuer zahlenden Bürger subventioniert.

    Das ist wie Bunsenbrenner nach Grœnland liefern!

  8. In einer Welt von Geistersehern, Aberglaube und Lüge sitzen im herrschaftsfreien Raum die Liberalen und pflegen ihren privilegierten Zugang zu Wahrheit und Existenz, immer auf dem Sprung zur Befreiuung der Welt von Macht und Elend und doch als ewig unterdrückte Oppostion den Kräften der Knechtschaft unterworfen. Set them free! Schafft Wahlen ab! Und folget ihrer froher Botschaft! Der Markt, der wahre, er möge kommen!

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