“Im Heimspiel gegen Energie Cottbus haben wir noch gegen deren Fans gepöbelt, jetzt hatten wir auch 20 Idioten in unserem Block dabei. Das muss man genauso anklagen. So etwas gehört sich nicht”
Ralph Gunesch, St. Paulianer
Ich erinnere mich an eine meiner letzten Auswärtsfahrten (so oft kommt das bei mir nicht vor), die mich nach Augsburg führte. Merkwürdige Typen, die da in St. Pauli Kluft und Londsdale-T-Shirt am Zaun randalierten. Zwei alte Weggefährten aus der Gegengeraden, die das ebenfalls mitbekamen, mischten sich mit ein. zu Dritt brachten wir die Bauernlümmel zur Raison.
“Früher haben wir Tüten mitgenommen, um unseren Müll von den gegnerischen Müllplätzen wieder mitzunehmen”, sagte einer davon später. “Das erst hat uns den Ruf, andere Fans zu sein, eingetragen”.
An diesen Satz musste ich denken, als ich am Montag nach dem grandiosen Freistoß des Herrn Lehmann die Pyros sah, die in die Nachbar-Blöcke flogen. Jetzt sind schon Cottbusser unter unseren Fans, sowas.
Ich bin mit meiner Meinung noch nicht fertig. Möchte auf gar keinen Fall in dieselbe Falle tappen, wie das die Medien gerne tun, und doch ist das schlagende Argument, dass man sich auf Gegners Platz – und sei er noch so behonkt, wie die Fans in Rostock – nicht so benimmt, wie man das zu Hause nicht möchte. Das ist, als latsche man mit dreckigen Gummistiefeln zu einer Essenseinladung, bedrängt die eigenen Gäste aber, zuhause vor der Tür die Schuhe auszuziehen.
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