Emma, Frauen am Steuer und die Springer Presse

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass ausgerechnet Orkantief “Emma” dafür sorgte, dass eine 24-jährige Pilotin von der Presse vom Helden zur Beinahe-Versagerin gestempelt wird.

Natürlich alles formal korrekt formuliert, aber imho nicht minder diskriminierend:

“Warum flog die Kopilotin (24) das Landemanöver?”, headlined das Hamburger Abendblatt boulevardesk, was womöglich auf die Zusammenlegung der Redaktionen in einen Newsroom mit den Boulevardkollegen liegt. Das färbt ab.

Bei dem Beinahe-Absturz des Lufthansa-Airbusses am Sonnabend steuerte die 24 Jahre alte Kopilotin Maxi J. den Jet und nicht der erfahrenere Kapitän Oliver A. (39). Das geht aus einer Abendblatt-Anfrage bei der Bundesstelle für Luftunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig hervor. Normalerweise lande der Kapitän.

Dass Sie lieber Leser jetzt an “Frau am Steuer” denken und daran, dass das junge Ding nie diesen Knüppel hätte übernehmen dürfen, ist womöglich beabsichtigt.

stern.de meldet heute, die HA-Überschrift relativierend: “Bei dem Beinahe-Crash am Hamburger Flughafen hat zunächst die 24-jährige Kopilotin die Lufthansa-Maschine gesteuert. Bereits während des ersten Landeversuchs übernahm der Kapitän das Steuer und startete durch.”

So kann man das auch ausdrücken meine Herren.
Wer das unter medialer Detailanalyse versteht, kann mir gerne gestohlen bleiben.

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4 comments

  1. war heute morgen etwas sehr erstaunt, wie die bild mit dieser thematik umgeht!

    vielleicht sollten mal alle frauen – eine woche, diverse springer-medien ignorieren (on- u offline) ;)

    dann schau ma mal, was sie dazu sagen!

  2. Bin ja für deftige Zoten zu haben, das hier war aber wirklich zu plump!

  3. Gute Idee, Ute. Macht das mal! :-)

  4. Ich hatte wieder nur ein Ohr offen und deshalb heute morgen erwartet, dass die Heldin gefeiert wird, weil sie die Situation gemeistert hat. Hat sie aber gar nicht. Tja, dann nicht.

    Ansonsten glaub ich nicht, dass die Fraktion der Bild-Leser jemals ihrem Hobby abschwört. Aber aufregegn werde ich mich über Springer wohl trotzdem weiter.

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