
Kurz hinter Würzburg liegt ein Zug, ein ICE von Hannover nach München.
Die Passagiere steigen über Evakuierungsstege das Gleisbett zu uns hinüber. Die meisten verschwitzt, alle früh aufgestanden, mit der Absicht noch vor Anbruch des Werktages ihr Ziel zu erreichen.
Die Bahn hat da ein Problem. Vielleicht ist es ja immer schon so gewesen, dass ICEs liegen bleiben. Vielleicht haben auch nur alle wichtigen Techniker ihren Sommerurlaub genommen, nach einer Urlaubssperre zur ach so wichtigen WM.
Auf jeden Fall taugt die Bahn, so das Ergebnis meines kleinen sechswöchigen Testfahrten von HH nach München, nicht als Flugersatz. Und das gestehe ich mir nicht gerne ein.
Zu verlockend war die Rechnung, die ich mir da selbst aufgemacht hatte:
30 Min. zum Flughafen HH
90 Min. vorher da sein, ich bin ein vorsichtiger Reisender. Zumindest beim Fliegen.
90 Min. Flug, mit allem Herumrollen inklusive.
30 Min. vom Sitz über Gepäckband und kilometerlange Laufbänder zum S-Bahnhof München Flughafen.
15 Min. warten, denn man verpasst immer gerade die letzte S1 oder S8
45 Min. zum Hauptbahnhof
-> macht fünf Stunden. Gerade einmal eine Stunde weniger, als mit dem ICE von HH nach München. In der Theorie.
Dabei wäre es so schön. Ich kann im Zug arbeiten, muss nicht immer irgendwo durch, hin oder rüber gehen. Kein Mensch filzt mein Gepäck. Die Menschen sind immer entspannter, weil keine gehetzten Loungebewohner unter ihnen sind. Wirklich schade.
Tags: München

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