… die semantisch motivierte Genuswahl, bei der einem Lehnwort das Genus der deutschen Entsprechung (oder des am nächsten verwandten deutschen Wortes) verpasst wird (DAS Blog), ist nur eine von zwei Strategien. Die andere ist phonologisch: Das Lehnwort erhält das Genus eines lautlich verwandten Wortes. (Tatsächlich ist die Genuswahl noch etwas komplexer, aber das ist ein Thema für einen eigenen Beitrag.) Das Wort Blog ist nun lautlich identisch mit dem Wort Block, beide werden [blɔk] ausgesprochen. Und Block ist ein Maskulinum. Je stärker die ursprüngliche semantische Verwandschaft zwischen Blog und Logbuch also in Vergessenheit gerät, desto mehr setzt sich die phonologisch motivierte Genuszuweisung durch (DER Blog). Dass diese Erklärung stimmt, zeigt sich auch daran, dass die Vollform Weblog noch dominant als Neutrum verwendet wird.
Lese ich bei scilogs und stelle fest: Das Ende der Debatte ist da. Und anders als Mario sixtus es beschrieb, haben nicht “die Deppen gewonnen”, sondern sind die Bewahrer des Neutrums vielmehr engdgültig zu Ewiggestrigen mutiert, die nun zeternd am Rande der Geschichte sitzen bleiben, und die nicht wahrnehmen wollen, dass Sprache lebendig sich weiterentwickelt.

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