Disclaimer sind ja sehr modern, also hier meiner. Ich kenne loic lemeur und bin freundlicherweise auf die „leweb3“ eingeladen gewesen. Deswegen muss ich das, was dort geschah nicht automatisch toll finden …
Ich kann die Male nicht mehr zählen, bei denen das Recht auf die freie Meinungsäußerung für Beleidigungen und das Waschen von schmutziger Wäsche herhalten musste. Das kommt immer wieder vor, in letzter Zeit immer öfter immer öffentlicher.
Alle Welt feiert einen neuen Gott, die Öffentlichmachung des Selbst, modern „web 2.0“ genannt.
Genau, wie einst bei Big Brother im Container möchte man einige der Teilnehmer an diesem, Experiment, in Schutz nehmen, in Schutzhaft vor sich selbst – vielleicht ist das auch hier mal wieder nötig. Allzu sensibel und mimöslich wird man, wenn man seine Haut zu Markte und seine Seele zu Google trägt. Vor allem bei den Umgangsformen da draußen.
Über die „le web 3“ ist viel geschrieben worden, dem ich mich teilweise anschließen kann. Viel spannender ist da die Auseinandersetzung innerhalb eines Blogunternehmens, „techcrunch“, die öffentlich ausgetragen wird. Ganz „web 2.0“ eben.
Da ist auf der einen Seite ein Blogger, der für seinen Boss in USA von der Konferenz berichtet, und zwar, wie sich herausstellt, ziemlich kritisch.
The speakers are all saying the same old thing and nothing new.
…
The wifi for the event did not work and this has annoyed many people. Equally there is no backchannel this year and the speakers could have done with the audience feedback to make them a little sharper and more insightful.
Overall the event feels like it has run its course just like the Web 2.0 conference earlier this year. Le Web 4 will be a hard sell, certainly as far as I am concerned. The statement repeated often and frequenty by people I spoke with – “it’s very corporate this year”. The question is how big can an event go before it loses its soul and raison d’etre?
Da ist der Mann, Loic, der laut Flurfunk eine politische Karriere in Frankreich anstrebt und nach der Konferenz müde und erschöpft gegen den Kritiker loskollert.
… exhausted, I treated Sam an asshole and immediately regretted it.
Da ist der Boss in den USA, ein Kumpel des Mannes, der die Konferenz veranstaltet, der den Blogger feuert, nachdem der sich weigert, die Entgleisung des Kumpels zu löschen.
If Sam had decided in his editorial discretion not to remove Loic’s comment, that would have been fine. But he didn’t do that. He left the comment in, and then wrote a new post (which I have removed) highlighting the “asshole” comment to embarrass Loic, unneccesarily in my opinion. The fact that Sam did this, ignoring my request not to, and ignoring Loic’s apology, was unacceptable. He saw an opportunity for attention and took it, even at the cost of hurting someone else. I see this all the time – get a well known blogger to lose their cool and then leverage that event for further attention. Sure, Loic lost his cool. But he promptly apologized. He did not deserve to be trashed in a new post.
Das ist so langweilig. Kein Drama, keine Jungfrauen, keine schwarzen Ritter – einfaches Rumgezicke im öffentlichen Raum. Geekgewichse.
Ich plädiere hiermit für den Einzug des Anstands – nicht verwechseln bitte mit Moral – in die öffentliche Diskussion.
Streitigkeiten sollten persönlich geregelt werden – untereinander. In 90% aller Fälle sieht man sich erstens zweimal im Leben und das Ganze zweitens auch nach einer Weile anders.

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