Eigentlich wollte ich über das Drama bei 20six nicht schreiben. Dafür habe ich von dieser Community zu wenig Ahnung, denn Communities sind mir seit jeher suspekt. Communities von Ego-Publizisten vor allem.
Bei meiner mittäglichen RSS-Lektüre stiess ich bei gigold allerdings auf interessante Überlegungen zum Thema „mini-Bloghoster“, angestossen durch einen Artikel im IT&W, bekanntermaßen eines der prominenten Krisenopfer:
„Dabei geht es doch auch anders: in Zeiten unbegrenzter Traffic-Angebote der Hoster und nahezu endlosen Serverplatzes ist ein zentraler großer Bloghoster eigentlich ein Anachronismus. Warum nicht viele kleine private Hosting-Communities gründen, die leicht zu verwalten, persölnlich und flexibel sind? Für solche Mini-Anbieter könnte sich die Sache mit ein paar Bannern durchaus rentieren, für die Blogger selbst wäre der direkte Kontakt zu einem dezentralen, kleineren Blogprovider sicher kein Nachteil im Vergleich zu den Pannen bei 20six.“
Freeradio sieht hierin die Zukunft:
Ein paar Dutzend solcher Micro-Host-Communities, und das Wachstum in Klein-Bloggersdorf ist vorprogrammiert – ohne spackige Aktiengesellschaften, aber mit der Power der direkten und individuellen Kommunikation, die das Bloggen groß gemacht hat.
Anders als Thomas glaube ich, dass diese Mini-Kombinate oder losen Blogautoren-Ansammlungen nicht software- oder servicegetrieben sind, sondern sich über die soziale Komponente des Buzzwords „social software“ definieren.
Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Bei blog*frei sammelten sich über das letzte Jahr anscheinend zufällig Blogautoren, die eines miteinander gemeinsam haben, sie kennen sich. Übereinander, übers Internet, übers Internetbiz, über mich, über vergangene Jobs oder ähnliche oder konträre Ansichten. Wichtig, sie alle verbindet etwas, was nicht aus 0|1 besteht.
Es kann ein ganz loses Netzwerk bleiben. Oder es kann etwas daraus entstehen. Hoffentlich keine Community.

Blogbanden. Gut.
so leuten wie mir, die keine ahnung von technik haben, aber einen rechner auf dem tisch und ne grosse klappe zum rausschreien, bleibt ja (zunächst mal) gar nichts anders übrig, als sich einer (grossen) community anzuschliessen.
natürlich wäre auch mir wohler, wenn die etwas tja professioneller wären. professioneller im sinne von: sich wie ein fisch im wasser zu bewegen bei dem, was man tut.
aber das wird ja eh immer weniger.
überall seepferdchen am werk.
niedlich.
@500 Beine: Im Grunde meine ich auch so etwas, wie euren Spreeblickverlag. Eine Ansammlung von 5-10 oder ein wenig mehr Autoren, die sich lose unter einem “Kombinat” versammeln. Sich aufeinander beziehen, sich miteinander und den Lesern auseinandersetzen. Ob der Anlass der Verbindung dann eine technische (dieselbe Blogplattform), eine monetäre (gemeinsame Vermarktung), eine inhaltliche (“Wir schreiben alle für Selbstverwirklicher” ;) oder eine Kombination aus mehreren Anlässen ist, ist am Ende nachrangig. Das Phänomen solcher Gruppen finde ich interessant. Kann das ein Modell für die nahe Zukunft sein? Micropublisher-Zusammenschlüsse, ob sie Verlag, Gawker, gigold oder blog*frei heissen …
Bei uns schreibt keiner für Selbstverwirklicher! Wer macht denn auch sowas ;-) …
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