Im Juni hatten wir schon das Thema “Google vs Verleger – no-index als Experiment”. So wirklich daran geglaubt, dass Verleger ihre Nachrichten-Websites vor dem Google-Bot verstecken, habe ich nie. Daran ändert die aktuelle Diskussion über das exklusive Indexieren durch Googles Konkurrenten, Microsofts Suchmaschine “bing” auch nichts.
Ein interessantes Experiment wäre es allemal, und eine Gelegenheit für Microsoft mit seiner Suchmaschine einen Spalt breit die Tür zu öffnen zum europäischen Suchmaschinenmarkt, vielleicht breit genug, um einen Fuß hineinzustellen.
Stellen wir uns das Szenario doch mal vor (schreibt Namensvetter Eric ebenda): “Die Verleger” – also eine Handvoll Betreiber von Nachrichtenseiten – sperrt alle (!) Suchmaschinen aus und lässt nur noch Bing zu. Was passiert?
- Google zeigt die anderen Quellen auf den ersten Plätzen; kleinere Zeitungen, reine Web-Nachrichtenportale – und die freuen sich über richtig viel Traffic. Da diese eher ihre Werbevermarktung über AdSense verwalten, ist das für Google am Ende sogar ein prima Geschäft.
- Der Traffic auf den Portalen “der Verleger” bricht um 20-40 % ein. Falls es dort Werbeerlöse gibt, brechen diese auch ein.
- Bing, also Microsoft, sorgt für einen finanziellen Ausgleich.
Da empfinde ich die Verlagerung der digitalen Kommunikation in soziale Netzwerke, als die wesentlich bedrohlichere Entwicklung für Google. Gegenmeinungen?
