
Inzwischen finden sich im Netz viele Diskussionen über die Hooligan-Auseinandersetzungen an der Hoheluft beim Spiel des AFC gegen Chemnitz. Nun nimmt Spon das Thema auf.
Während die meisten Fans der Heimmannschaft Altona 93 nach dem Schlusspfiff im Stadion blieben, griffen draußen 250 Antifa-Aktivisten Fans aus Chemnitz an, die sie dem rechtsradikalen Spektrum zuordneten. Auch später konnten die etwa 240 eingesetzten Polizeibeamten streckenweise nicht verhindern, dass es rund um das Stadion sowie auf zwei Hamburger Bahnhöfen zu Auseinandersetzungen kam.
Das war vorherzusehen, gelten doch große Teile des Chemnitzer Anhangs als rechtsradikal. Nach Angaben im Chemnitzer Fanforum wurden Autos mit Chemnitzer Kennzeichen “entglast” und überhaupt alle “hellblauen” über einen Kamm geschert, so die wesentliche Kritik.
Ich verstehe die Codes dieser Szene nicht. Überhaupt ist es mir ein Rätsel, wie das da bspw. in Chemnitz funktioniert. Interessant ja doch, dass in Ultra-Foren gemeinsam diskutiert wird, trotz des Hasses. Sonntag kloppen, Montag chatten, ODER WAS?
“Im Grunde sind das ja Auseinandersetzungen zwischen Landvolk und Städtern, die da sich manifestieren”, mutmaßt mein Mittagessen-Partner gestern. “Das sieht man doch schon daran, dass rechte Fans “Karl-Marx-Stadt” skandieren. Da wird es so vollends grotesk.”
Grotesk, ja.

Lesestoff:
http://www.netz-gegen-nazis.com/artikel/tendieren-die-rechte-richtung
Ich war am Samstag vor Ort. Auf der Haupttribüne und habe das ganze Spiel über die den Chemnitzern rüberschauen können. Die haben zwar keine rechtsradikalen Parolen gegröhlt, wurden aber im Spiel immer aggressiver. Das waren nicht nur normale Provokationen zwischen zwei Fangruppen, das ging auch so weit, dass sie offensichtlich die Konfrontation gesucht haben. Als in der zweiten Hälfte eine Reihe Polizisten in den Block wollte, weil es dort Streitigkeiten gab, sind haufenweise von den Anhängern sofort zu den Beamten gestürmt… ab da war klar, dass es hitzig wird.
Noch während des Spiels hörte ich draußen zwei laute Detonationen. Der “Pressesprecher” berichtete, dass es draußen brodelt und sich Paulianer formieren. Danach fiel mir auf, dass sich die Reihen im Chemnitzer Block schon vor dem Abpfiff deutlich gelichtet hatten. Ergo: Da war auch “Bock auf ne Schlägerei”… zumindest bei einem Teil der Gäste. Zur Ehrenrettung des CFC sei aber auch gesagt, dass ein großer Teil der Mitgereisten auf friedlich und abseits der Ultras die Partie verfolgte!
Ich muss sagen, ich hatte echt Angst, dass ich draußen zwischen die Fronten gerate. Aber nach Spielschluss hatte die Polizei den Chemnitzer Block versperrt, so dass dort erstmal keiner rauskam, so dass die Hamburger Fans erstmal sicher nach Hause konnte… was passierte, als die Chemnitzer zu den Bussen geführt wurden, kann ich nicht beurteilen. Da saß ich schon wieder in meinen sicheren vier Wänden.
Ich möchte die Aktionen der Antifa und USP nicht beschönigen oder legitimieren. Sowas gehört einfach nicht zum Fußball. Aber die Chemnitzer würde ich persönlich nicht von aller Schuld frei sprechen…
Das deckt sich zu fast 100% mit den Beschreibungen, die ich erhalten habe.
@Los Holstos wenn von 400 Gästefans dann 200 vor Spielende abwandern, zur 3. Halbzeit. Dann ist das schon ein heftiges Potenzial. #Hools