Altona-Rathaus verhüllt, Kunst retard

Altona Rathaus verhüllt Kunst Aktion

Albern, aber ich muss da immer mehr und jeden Morgen an eine Kunstaktion denken.

Ganz gemütlich ahmt hier der Alltag das nach, was seinerzeit in Berlin durch Christo noch als Kunst entstand.
Wo ist denn der Unterschied? In der Inszenierung, vielleicht – oder im Tool?

Altona Balkon

Lomographen sind ja auch lustige Künstler. Manchmal verstehen sie sich so oder werden so verstanden, und würden dieses Gestümper hier natürlich angewidert von sich weisen. Denn es ist digital entstanden, nicht analog. Das Licht hat sich seinen Weg durch ein kleines Oehr gebahnt und ist dann, ähnlich ungerichtet auf einem asiatisches Billigprodukt von Chip gelandet, anstatt auf einem sauteuren S/W-Film aus den 1960ern, den der Lomograph bei einer Haushaltsauflösung eines Stadtarchivaren erstand, nun eher seinen Kühlschrank, aber das tut hier nicht so viel zur Sache – deswegen ist es also schlecht und weniger kulturfähig?

Lomo Altina

Weswegen überhaupt? Ist es nicht so, dass das Digitale so manches zum ungerichteten Alltagsblick degradiert, was eben noch in der analogen Welt sich Kunst benennen durfte? Die digitale Revolution filtert Zufall von Kunst im analogen, indem sie das Banale nachbaut und entlarvt. Feine Vorstellung oder Unsinn?

Übrigens hat der Wind gestern auf Nordost gedreht. Es wird kühler in Hamburg. Irgendwie ein echterer Frühling, als der warme von gestern.

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