Franziska und Herr Dahlmann regen sich über die Boulevardisierung des beschaulichen Klein-Bloggersen auf. Letztlich eine einfache Position, von oben herab die Blogs zu kritisieren, die lustige Videos verlinken. Die ZEIT nennt das in einem Artikel über Popkultur “negativen Opportunismus”. Den findet man auch in Blogs des öfteren.
Kennt nicht jeder Blogger das Phänomen, dass Beiträge plötzlich diskutiert und gelesen werden, von denen man es selbst am Wenigsten erwartet hätte? Funktioniert der “long tail” nicht eben genau so, dass tausende Blogger die Meinung eines oder mehrerer Autoren aufnehmen, spreaden und meinetwegen auch nur kopieren. Ist das nicht genau die Mechanik, die wir sonst an Blogs so lieben?
Der Teufel scheißt eben auf den größten Haufen.
Johnny ist übrigens der Einzige, dem ich es abnehme, dass er erstaunt und ein wenig frustriert ist. Aber auch er wird sich letztlich über die vielen neuen Leser freuen. Blogs brauchen das nämlich: Frisches Blut. Wenn es über die Suchmaschinen kommt, so what.
Für alle, die sich dem Mainstream in den Blogs entziehen möchten habe ich einen heißen Tipp. Der Oberpfleger hat vor kurzem bei mir kommentiert, darüber bin ich auf das Pflegeblog gestoßen.
Hinreißend weit ab vom Mainstream á la RTL II und BILD. Bewegend, abstoßend, nah dran — lesenswert!
Weitere „Blogs, die ich meine“ in selbiger Rubrik in diesem Blog.
Nachtrag: ein längeres Posting vom Spreeblick von dem ich ein etwas längeres Zitat nehmen möchte. Einfach weil ich ihm zustimme und einfach nur den Namen des Blogs austauschen könnte.
Von den neuen Lesern, die zufällig wegen einer vermeindlich „witzigen“ Sache hierher kommen, gehen die meisten einfach weiter. Weil sie den Rest von Spreeblick, wenn sie ihn sich überhaupt angesehen haben, nicht mögen oder verstehen, weil es sie schlicht nicht interessiert. Voll okay. Der Inhalt reguliert die Leser/-innen. Ein paar von diesen neuen Leser/-innen aber bleiben erfahrungsgemäß hier. Lesen, widersprechen, reden mit, entdecken über Links andere Blogs, beginnen eventuell selbst mit dem Bloggen und haben einfach genau den gleichen Spaß, den wir alle hatten, als wir mit dem Lesen von Blogs begannen. Und den wir noch immer haben, ich übrigens unter anderem deshalb, weil ich immer neue Leute kennenlerne.
Wer das als Blogger/-in furchtbar findet weil er oder sie gar keine Leser/-innen oder nur ein paar handverlesene möchte, wer wegen der Video-Kiste sogar von „guten“ und „bösen“ Blogs redet, hat eine andere Einstellung zum Bloggen als ich. Kein Beinbruch, jeder wie er will und ich schäme mich bei Spreeblick für so gut wie gar nichts, auch wenn mir das per Mail ans Herz gelegt wurde. This net is big enough for the both of us. Und man kann Websites übrigens auch mit einem Passwort vor Besuchern schützen, wenn man nur bestimmte haben mag.

Danke für die Empfehlung. Ich fühle mich geehrt, jedoch muss ich darauf hinweisen, dass nicht mir allein die Ehre gebührt. Drei weitere Halbzeitpfleger schreiben mit, wenn auch selten, aber sie tun es.