Ein holländischer Premierminister hat einmal vor einer Weltmeisterschaft etwas wichtiges gesagt, das mir im Gedächtnis geblieben ist, obwohl ich gar nicht Addressat seiner Worte war. Sinngemäß warnte er seine niederländischen Landsleute davor, ihre Identität überwiegend aus der Rivalität gegen Deutschland zu ziehen. Ein Selbstbewußtsein, das sich aus dem Abgrenzen gegen andere speist, ist keines.
Das ist mir zur Charaktereigenschaft geworden. Und war bisher in meiner Wahrnehmung auch eine Eigenschaft dieser magischen Vereinigung, die sich lose da jedes zweite Wochenende am Millerntor trifft. Gegen andere, waren nur Engstirnige und Armgläubige – Rostocker beispielsweise, denen man ihre Unkultur ja schon an dem “Scheiß-St. Pauli” erkennt, das viele Minuten ihres so genannten Supports ausmachen.
Gestern habe ich es wieder gehört. Ein Scheiß-RWO, das mir nun als Tradition verkauft wird. Meinetwegen. An eine Scheiß-Bielefeld-Tradition will ich mich aber nicht gewöhnen. Da lief glücklicherweise ein “We love St. Pauli” aus der Gegengerade dagegen – und zeigte den Unterschied auf, zwischen Abgrenzen und Ausstrahlung.


